Jahre Amateurastronomie

Eine Geschichte von meinem Weg zu den Sternen und den Beobachtungen am Tag- und am Nachthimmel der letzten  Jahre.


Am Winterhimmel leuchteten im Süden immer diese hellen Sterne. Ein kleines Häufchen an Sternen war immer gut zu sehen, aber ich wusste nicht, was sie waren.
Der kleine Wagen? Dazu waren sie aber viel zu klein, und noch dazu in der falschen Himmelsrichtung.

Ein paar Jahre später, es mag so 1977/78 gewesen sein, entdeckte ich in der Schule einen Atlas mit Sternkarten. Jetzt endlich lernte ich, dass das kleine Häufchen mit Sternen die Pleijaden waren und die hellen Sterne zum Orion und den großen Hund gehörten.

1982 kaufte ich mir mein erstes Fernrohr, ein kleines Messingfernrohr mit so ungefähr 30mm Öffnung. Seitdem sind  Jahre vergangen...

Mit diesem kleinen Fernrohr versuchte ich mich an dem Mond und an Planetenbeobachtungen. Viel war damit noch nicht zu sehen, aber es reichte, um mich weiter mit der Himmelsbeobachtung zu beschäftigen.
Etwas später, ein Jahr mag vergangen sein, besorgte ich mir ein 60mm Fernrohr mit variabler Vergrößerung. Das ganze baute ich auf ein einfaches Fotostativ auf.
Zu dieser Zeit begann ich dann auch mit der Sonnenbeobachtung, nur kannte ich da noch keinen Folienfilter oder andere Sicherheitsmaßnahmen.
Ich baute mir stattdessen aus einem Schweißerglas einen Sonnenfilter. Das ging zum Glück ganz gut, auch hatte ich mir keine Schäden an den Augen zugezogen.


Postkarte


114/900mm Newton  
Einen großen Sprung für mein Hobby gab es 1987, ich bestellte mir beim Neckermann Versand einen 114/900mm Newton, parallaktisch montiert, der auch unter dem Namen "Quelle Newton" bekannt wurde.

1987/88 entdeckte ich auf einem Stadtplan, das es in Nürnberg ein Planetarium und eine Sternwarte gibt.
Der damaliger Leiter der beiden Einrichtungen machte auf Neulingen einen abschreckendem Eindruck, das mich aber nicht davon abhielt der "Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft" (NAA) beizutreten.

In der NAA fasste ich schnell Fuß, ich beteiligte mich an der Vereins- und Öffentlichkeitsarbeit und führte selbständig Führungen für die Öffentlichkeit an den Fernrohren durch.
Leider wurde in den darauf folgenden Jahren bei meinem Arbeitgeber die Schichtarbeit eingeführt, zuerst Wechselschicht von Montag bis Freitag, dann Dreierschicht inklusive Wochenende - eine Beteiligung an den Führungen war dann nicht mehr möglich, weshalb ich das aufgeben musste.

Ab dem Jahr 2015 beteiligte ich mich wieder regelmäßiger an den öffentlichen Führungen auf der Sternwarte und an weiteren Veranstaltungen, wie der Starparty, dem VdS Astronomietag oder dem Burgfest in Nürnberg.


ITV 1995 ITV 1995


ITV 1995  
Das ITV auf dem alten Platz (1995).

1994 fuhr ich das erste mal in die Alpen zum beobachten.
Mein Platz für drei darauf folgende Jahre war der Parkplatz am Tiefenbachgletscher bei Sölden in Österreich. Dann folgte eine jahrelange Pause, erst 2010 nahm ich die Alpenfahrten wieder auf.
Mein bevorzugtes Ziel ist die Silvretta- Bielerhöhe und das obere Sudelfeld in den Bayerischen Voralpen.


Bielerhöhe Bielerhöhe

Beobachten am Silvretta Stausee.

Die Anzahl meiner Beobachtungsnächte und auch Tage schwankte im Laufe der Jahre sehr stark.
Darin spiegeln sich berufliche und private Veränderungen. Zweimal war ich soweit, alles zu verkaufen, da ich kaum mehr zum beobachten kam - ich bin froh darüber, nichts verkauft zu haben.


Beobachtungen


Insgesamt konnte ich 1228 Gelegenheiten zum Beobachten nutzen.
Diese teilen sich in 734 Beobachtungstage und 494 Beobachtungsnächte auf.


Wetter und Beobachtungsbedingungen:


Seit einigen Jahren fallen immer mehr die Beobachtungsnächte im Winterhalbjahr weg.

Subjektiv werden in Mittelfranken die Monate vom Oktober bis in den März hinein von einer (Hoch-) Nebeldecke dominiert, so das in diesen Monaten kaum Möglichkeiten zum beobachten am Tag- und Nachthimmel gegeben sind.

Sehr viele Nächte sind im Winterhalbjahr vollständig bewölkt, oder zumindest von einer Nebeldecke überzogen, in der nur noch die hellsten Sterne zu sehen sind.
Nur vereinzelte Nächte sind völlig unbewölkt, und das meist auch nur für wenige Stunden.

Teleskop  
Auch die Abgasfahnen der Flugzeuge überziehen oft den gesamten Himmel mit einer hochliegenden Wolkenschicht, die zudem von Höhenwinden auseinandergetrieben werden und somit ein beobachten schwacher Himmelobjekte unmöglich macht.

Kann ich dann doch zum beobachten hinausfahren, ist meist das Teleskop nach wenigen Stunden vom Kondenswasser überzogen und Linsen und Spiegel vollständig beschlagen, so das ich abbrechen und abbauen muss.

Die stabilen Hochdruckwetterlagen in den Wintermonaten sind nicht mehr vorhanden, es gibt kaum noch richtig kalte und trockene Nächte, auch einen tiefblauen Himmel konnte ich von Mittelfranken aus nicht mehr sehen.

Größtenteils ist der Himmel von einer blassblauen Farbe (wenn er denn zu sehen ist...) und von aufgefächerten Abgasfahnen überzogen.

Bei der Beobachtung der Sonne im Weißlicht ist meistens ein leichter Schleier vor der Sonne, der die sehr kleinen Flecken schwierig beobachtbar macht.
In der H- α Linie ist die Sonne von einem roten Saum umgeben, der den Kontrast der Protuberanzen mindert.

Nur an den Tagen mit klaren und blauen Himmel ist dieser leichte Schleier und der Saum um die H- α Sonne nicht zu sehen und die Beobachtungen sind sehr viel ergiebiger.

Schwierig werden dadurch auch die Beobachtungen vom Merkur und der Venus am Taghimmel.

Durch den aufgehellten Himmel ist der Kontrast der Planeten zum Hintergrund gering, was eine Beobachtung, besonders der Sichel der Venus in ihrer unteren Konjunktion, deutlich erschwert.

Einen richtig tiefblauen Himmel konnte ich im Jahr 2010 aufgrund des Flugverbotes wegen dem Isländischen Vulkan "Eyjafjallajökull" sehen.


Grauer Himmel


Fast schon ein alltäglicher Anblick: Ein grauer Himmel.

In den letzten Jahren wird der Himmel ab Oktober/November bis in den März hinein von einer dichten Wolken- und Hochnebeldecke verhüllt, die sich an der Unterseite einer Inversionswetterlage ausbildet.
In diesen Tagen ist nur eine kaum merkliche Windbewegung vorhanden, starke Winde, die diese Inversionsschicht aufreißen können, fehlen gänzlich.

Die stabilen Hochdruckwetterlagen, mit sehr blauen Himmel und auch sehr kalten Nächten existieren kaum mehr.


Abgasfahnen


Abgasfahnen der Flugzeuge überziehen den Himmel.

Sonnenhalo Auch das ist fast schon ein tägliches Bild am Himmel.
Der ansonsten blaue Himmel ist von den Abgasfahnen der Flugzeuge überzogen.

Eine Besserung der Situation ist hier kaum in Sicht, der weltweite Flugverkehr nimmt weiter zu, so das es kaum noch eine Hoffnung auf zusammenhängende Tage mit einem tiefblauen, völlig von Wolken freien Himmel gibt.

Die Abgasfahnen der Flugzeuge müssen zu den hohen Cirrus- Wolken gerechnet werden. Durch die Kälte von bis zu -40℃ in Flughöhe, bestehen diese Wolken aus Eiskristallen.

Der einzige brauchbare Nebeneffekt an den Abgasfahnen ist der, das sich durch die vorhandenen Eiskristalle Sonnenhalos und Nebensonnen ausbilden können.


Sonnensystem:


Einer meiner astronomischen Höhepunkte war die totale Sonnenfinsternis 1999.
Dazu mein Beobachtungsbericht von dieser Sonnenfinsternis:


Die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999.

Beobachtet in der Nähe von Augsburg mit einem 80/910mm Refraktor.
Es war stark bewölkt mit unterschiedlich großen Wolkenlücken. Es regnete immer wieder.

Die partielle Phase der Finsternis konnte ich bis auf ein paar Ausnahmen gut Verfolgen.
Auf dem Projektionsschirm konnte ich einige Sonnenflecken sehen.
Die totale Phase war vollständig sichtbar. Am Sonnenrand um zwei Uhr und auf sieben Uhr konnte ich Protuberanzen erkennen. Die Korona konnte ich durch dünne Wolken gut sehen.
Merkur und Venus konnte ich während der totalen Phase sehen.
Während der Finsternis wurde es dunkel wie in der Nacht, nur der Horizont blieb hell.


Ein weiteres großes Ereignis war der Einschlag vom Kometen Shoemaker-Levy 9, der 1994 auf Jupiter einschlug.
Auch den Einschlag auf Jupiter im Jahr 2009 konnte ich beobachten.


Einschlag von Shoemaker-Levy 9          Einschlag von Shoemaker-Levy 9


Der Einschlag von Shoemaker-Levy 9 auf Jupiter.
Gezeichnet mit einem 80/910mm Refraktor.
In der Zuordnung der Zentralmeridiane ist mir damals ein Fehler unterlaufen, den ich heute nicht mehr nachvollziehen kann.


Auch die Durchgänge von Merkur (2003) und der Venus (2004) vor der Sonne, die ich komplett beobachten konnte waren schöne und einmalige Erlebnisse.

Dazu meine Beobachtungsberichte aus meinem Aufzeichnungen zu den beiden Durchgängen:


Der Merkurtransit vom 7. Mai 2003.

Beobachtet mit einem 80/910mm Refraktor, bei Schleierwolken und dunstigen Himmel.

Den Beginn vom Durchgang konnte ich nicht beobachten.
Merkur ist vor der Sonne eine sehr deutliche, runde schwarze Scheibe. Die Bewegung konnte ich sehr gut erkennen. Ein Sonnenfleck im Süden hatte die zwei– bis dreifache Ausdehnung von Merkur.
Auf der Sonne konnte ich noch einige Flecken– und Fackelgruppen sehen.
Austritt:
Kurz vor den Austritt konnte ich am Sonnenrand eine Einbuchtung sehen. Als Merkur den Rand fast berührte, sah ich wie sich zwei Scheibchen zu einer Acht verbinden. Ich konnte das Merkurscheibchen so lange verfolgen bis es nur noch zu ⅓ vor der Sonne war.


Der Venustransit vom 8. Juni 2004.

Beobachtet mit einem 80/910mm Refraktor, bei guten Bedingungen, nur der Himmel war etwas wolkig:

Ich habe vom Durchgang den Eintritt und den Austritt beobachtet.
Als die Venus zu ¾ in die Sonne eintauchte konnte ich einen Lichtbogen auf der Sonnenabgewanden Seite des Venusscheibchen sehen. Nach dem vollen Eintritt sah ich einem dunklen Bogen am Sonnenrand.
Beim Austritt wurde die Venus zum Sonnenrand etwas länglicher. Ich konnte einen Lichtbogen um die Venus bis zu ¼ vom Austritt sehen.


Einen weiteren Merkurtransit konnte ich in seiner vollen Länge am 9. Mai 2016 beobachten.

Merkurtransit
  Diese Beobachtung teilte ich in zwei Teile auf:

Den Beginn vom Transit beobachtete ich alleine, um anschließend im Rahmen einer Öffentlichen Führung diesem Transit mit meinem Teleskop auf der Sternwarte Nürnberg weiter zu beobachten.

Einen Bericht zu diesem Transit habe ich auf meiner Seite abgelegt.



Die großen Planeten beobachte ich nicht regelmäßig, auch Zeichnungen fertige ich nur selten an.

Neben den großen Anteil der Sonne an meinen Beobachtungen habe ich am meisten Jupiter, Mond und Saturn im Okular.
Der Anteil der Planeten im Sonnensystem an meinem Beobachtungen ist in der nachfolgenden Liste aufgelistet:

  • Sonne im Weißlicht - 715x
  • Sonne in H- alpha - 221x
  • Mond - 97x
  • Merkur - 13x
  • Venus - 52x
  • Mars - 38x
  • Jupiter - 122x
  • Saturn - 91x
  • Uranus - 9x
  • Neptun - 5x

Mars  
 
Mars, 80/910mm Refraktor, 228x.


Mars  
 
Mars, 150/3000mm Schiefspiegler, 214x.


Jupiter  
 
    Jupiter, 150/3000mm Schiefspiegler, 214x.



Jupiter  
 
    Jupiter, 150/3000mm Schiefspiegler, 167x.



Saturn  
 
Saturn, 150/3000mm Schiefspiegler, 273x.



Uranus

Uranus mit den Monden Titania und Umbriel.



Sechs Beobachtungen von Partiellen Sonnenfinsternisse habe ich in meinem Aufzeichnungen gefunden:

10. Mai 1994:

Diese Sonnenfinsternis konnte ich nur durch Wolken beobachten. Die maximale Verfinsterung konnte ich nicht sehen, sondern nur wie sich der Mond vor die Sonnenscheibe schob.

12. Oktober 1996:

Diese Finsternis sah ich bei einem dunstigen und wolkigen Himmel in ihrer vollen Länge.

31. Mai 2003:

Die Sonne ging bereits verfinstert auf.
Ich konnte die Sichel bei Sonnenaufgang als einen feinen Punkt am Horizont sehen.

29. März 2006:

Bei sehr schlechten Bedingungen beobachtete ich diese Finsternis.
Nur mit einer "Sonnenfinsternisbrille" und den freien Augen sah ich durch dichte Bewölkung wie sich der Mond vor die Sonne schob.

4. Januar 2011:

Bei starken Hochnebel konnte ich die teilweise verfinsterte Sonne einmal kurz durch eine Nebellücke sehen.

20. März 2015:
Sonnenfinsternis  
Diese Sonnenfinsternis konnte ich bei bestem Wetter in ihrer gesamten Länge beobachten.

Einen Bericht dazu habe ich auf meiner Seite veröffentlicht.


Fünf Beobachtungen von Totalen Mondfinsternissen habe ich in meinem Beobachtungsbuch aufgezeichnet:

27. September 1996:

Diese Finsternis konnte ich in seiner vollen Länge beobachten.
Zu Anfang der Verfinsterung war der Mondschatten grau, er wurde im Verlauf der Finsternis am Mondrand heller und rötlicher.

16. September 1997:

Diese Finsternis hatte einen sehr dunklen Verlauf. Mit den freien Augen konnte ich eine schwache rote Farbe sehen.

9. Januar 2001:

Bei einem dunstigen und dicht bewölkten Himmel konnte ich diese Finsternis in ihrer vollen Länge beobachten.
Zu Beginn der Finsternis war der Erdschatten grau, ging dann in der Mitte der Finsternis in eine leicht rötliche Farbe über.

16. Mai 2003:

Bei dieser Finsternis konnte in Mittelfranken der Austritt aus dem Kernschatten nicht beobachtet werden.
Die Finsternis konnte ich bis zur Morgendämmerung beobachten.

28. September 2015:

Mondfinsternis  
Diese Finsternis beobachtete ich in ihrer vollen Länge. Der Mond stand in seiner Totalität sehr dunkel, orange- rot am Himmel

Einen ausführlichen Bericht habe ich auf meiner Seite veröffentlicht.


Partielle Mondfinsternisse:

31. Dezember 2009:

Mit Unterbrechungen verfolgte ich durch Wolkenlücken, wie sich der Kernschatten der Erde vor dem Mond schob.
Beobachtet habe ich nur mit den freien Augen und einen 10x25 Fernglas.

10. Dezember 2011:

Diese Finsternis war eine totale Mondfinsternis, die in Mittelfranken nur als eine partielle Finsternis gesehen werden konnte.
Der Mond ging auf, als sich der Erdschatten bereits zurückzog.

25. April 2013:

Bei dieser Finsternis tauchte der Mond nur zu 2% in den Kernschatten der Erde ein.
Bei besten Bedingungen konnte ich diese Finsternis in Mittelfranken in ihrer vollen Länge verfolgen.


Partielle Finsternis  
Die partielle Mondfinsternis vom 25. April 2013.


Halbschatten Mondfinsternis:

18. Oktober 2013:

Mit den freien Augen konnte ich keine Veränderung am Mond erkennen, nur fotografisch konnte ich die Änderung der Helligkeit nachweisen.


Halbschattenfinsternis

Die Halbschattenfinsternis vom 18. Oktober 2013.
Die Bilder sind mit völlig identischen Kameraeinstellungen aufgenommen.


Ich versuche auch immer wieder, die schmale Mondsichel um Neumond herum zu fotografieren.
Auch wenn die Gelegenheiten dazu sehr begrenzt sind, konnte ich doch schon einige fotografieren:


Mondsichel  
Mondsichel vom 3. Oktober 2013.

Die Mondsichel ist 1,12′ breit.
43.5 Stunden vor Neumond.


Mondsichel  
Mondsichel vom 2. März 2014.

Die Mondsichel ist 0,84′ breit.
33 Stunden und 40 Minuten nach Neumond.

Mondsichel  
Mondsichel vom 7. Februar 2016.

Die Mondsichel ist 0,76′ breit.
32 Stunden vor Neumond.


Planetenbedeckungen durch den Mond haben ihren eigenen Reiz, hier kam ich drei mal in den Genuss, welche zu beobachten:

Die Bedeckung vom Saturn am 3. November 2001:
Diese Bedeckung konnte ich in ihrer vollen Länge beobachten. Eingesetzt hatte ich meinem 80/910mm Refraktor.

Die Bedeckung vom Mars am 10. Mai 2008:
Diese Bedeckung fand am Taghimmel statt. Der rote Mars hatte einen hohen Kontrast zum Taghimmel, ich konnte ihn gut erkennen. Auch diese Bedeckung konnte ich bei besten Bedingungen in ihrer vollen Länge beobachten.

Die Bedeckung vom Jupiter am 15. Juli 2012:
Diese Bedeckung fand in den frühen Morgenstunden statt, an diesem Tag waren die Bedingungen leider nicht so besonders. Der Himmel war wolkig, hatte aber immer wieder große Wolkenlücken zu bieten.
Den Beginn der Bedeckung konnte ich vollständig beobachten, das Ende der Bedeckung fand leider zwischen Wolkenlücken statt. Den Austritt von Jupiter konnte ich nur zu ⅓ beobachten, dann setzte sich wieder eine Wolke vor Mond und Jupiter.

Jupiterbedeckung  
Die Jupiterbedeckung vom 15. Juli 2012.

Das Bild entstand nach der Bedeckung von Jupiter durch den Mond.

Sternbedeckungen durch den Mond.

Vom Stern χ Tau konnte ich am 10. Oktober 2006 den Austritt verfolgen, der Stern erschien von einem Augenblick auf dem anderen am dunklen Mondrand.

Sternbedeckung  
Am 4. Mai 2014 zog der Mond ganz dicht am Stern λ Gem vorbei. Der Stern zog an meinem Standort ganz dicht am Mondrand vorbei, ohne das der Stern bedeckt wurde.


Mond - Aldebaran  
Am Abend vom 23. Dezember 2015 wurde der Stern Aldebaran, α Tau, vom Mond bedeckt.

Beim Beginn der Bedeckung wurde der Mond von Wolken bedeckt, so das ich nur das Ende der Bedeckung sehen konnte.

Am Abend vom 16. März 2016 konnte ich die Bedeckung vom Stern 26 Gem beobachten.


Konjunktionen zwischen den Mond und den Planeten und den Planeten zueinander.

Mond und Jupiter
  Nahe Begegnungen zwischen den Mond und den Planeten ergeben immer wieder schöne Bilder am Himmel, besonders wenn diese über mehrere Tage und Nächte beobachtbar sind, und so die Bewegung der Himmelskörper mitverfolgt werden kann.

Mit einem Klick in das Bild öffnet sich eine kleine Auswahl an nahen Begegnungen zwischen den Mond und den Planeten.



Ein besonderes Ereignis war der Asteroid 2002 NY40, der in der Nacht vom 17. auf dem 18. August 2002 in nur in eineinhalbfacher Entfernung des Mondes an der Erde vorbeizog.
Den Asteroiden konnte ich 25 Minuten im Teleskop verfolgen. Er war sehr hell und leicht zu sehen.

Im August 2013 leuchtete im Sternbild Delphin eine Nova auf, die mit den freien Augen zu sehen war.
Die Bezeichnung der Nova: "Nova Delphini 2013".

Venus in der Unteren Konjunktion:
Nach längerer Pause nahm ich Anfangs 2014 wieder die Beobachtung der Venussichel in der Unteren Konjunktion auf.
Mit meinem Schiefspiegler gelang es mir die sehr dünne Venussichel zu beobachten.

Auch die Untere Konjunktion im August 2015 konnte ich ausgiebig beobachten. Einen Bericht zu diesen Beobachtungen habe ich auf meiner Seite veröffentlicht.


Kosmos Karte


Ab und zu beobachte ich auch Kometen, ein paar sind zusammengekommen:

  1. Boattini, C/2007 W1
  2. Brewington, 154P
  3. Catalina, C/2013 US10
  4. Christensen, C/2006 W3
  5. Garrad, C/2009 P1
  6. Hale - Bopp, C/1995 01
  7. Hartley 2, 103P
  8. Holmes, 17P
  9. Hönig, C/2002 04
  10. Hyakutake, 1996c
  1. Ikeya-Zang, C/2002 C1
  2. ISON, C/2012 S1
  3. Jacques, C/2015 F4
  4. Kopff, 22P
  5. Lemmon, C/2012 F6
  6. Linear, 252P
  7. Linear, C/2000 WM1
  8. Linear, S4
  9. Lovejoy, C/2013 R1
  10. Lovejoy, C/2014 Q2
  1. Machholz, C/2004 Q2
  2. McNaugt, C/2009 K5
  3. Panstarrs, C/2011 L4
  4. Panstarrs, C/2012 K1
  5. Pan-STARRS, C/2014 S2
  6. Pojmanski, C/2006 A1
  7. Swan, C/2006 M4
  8. Utsunomiya, C/1997 T1
  9. Wirtanen, 46P

Catalina  
Die Bahndaten für die Kometen bekam ich in den 90er Jahren mit dem "GVA Kometenzirkular", das von Hartwig Lüthen herausgegeben wurde.
Man sendete dazu adressierte und frankierte Briefumschläge an die GVA und bekam diese mit einem oder mehreren Blättern mit den Ephemeriden aktueller Kometen zurück.

Anfangs suchte ich die Kometen mit einer drehbaren Sternkarte mit Planetenzeiger auf, um sie später in Sternkarten einzuzeichnen.
Irgendwann kam ich durch Astrokollegen zu den Programm "Megastar". Hier konnte ich dann die Bahndaten in dieses Programm eintragen und richtige Karten ausdrucken, was eine sehr große Erleichterung war.


Sonne:


Den größten Teil meiner astronomischen Aktivität verbringe ich mit der Beobachtung der Sonne im Weißlicht.
Mit der Weißlichtbeobachtung habe ich schon in den 1990er Jahren angefangen. Seit Mitte Oktober 2013 beobachte ich die Sonne auch in der H- alpha Linie.


Sonnenflecken

Sonnenflecken.


Nach den Experimenten mit dem Schweißerglas besorgte ich mir dann einen Objektivglassonnenfilter für dem 114er Newton.
Von 1993 bis 2012 war mein 80/910mm Refraktor mit rund 310 Einsätzen mein Teleskop für die Sonne.
Lange Zeit war das Teleskop mit einem Glasobjektivfilter ausgerüstet, im seinem letzten Jahr habe ich die Sonne mit einem Herschelprisma beobachtet.

Seit September 2010 beobachte ich mit einem 150/3000mm Schiefspiegler die Sonne.
Für die Lichtdämpfung setze ich ein Herschelprisma ein.
Mit diesem Teleskop habe ich meine Sonnenbeobachtungen deutlich ausgeweitet, dieses Teleskop setze ich fast ausschließlich für die Sonnenbeobachtung im Weißlicht ein.

Im Oktober 2013 konnte ich ein gebrauchtes Coronado PST erstehen, somit eröffnete sich auch für mich die Möglichkeit die Sonne in der H- alpha Linie zu beobachten.

Bei der Beobachtung der Sonne erstelle ich immer eine Fleckenrelativzahl, die ich in einen Kurve einbaue:


Sonnenrelativkurve

Die Relativkurve, die ich seit 1993 erstelle.  


Ich konnte im Laufe der Jahre zwei mal ein Minimum und zweimal ein Maximum der Sonnenaktivität messen.
Aktuell bewegt sich die Sonne zum nächsten Minimum ihrer Aktivität, das zwischen 2019 und 2021 eintreten wid.


Beobachten am Nachthimmel (Deep Sky):


Mein größtes Interesse gilt der Beobachtung vom Nachthimmel mit seinem Objekten.
Die Anzahl der Beobachtungsnächte unterlag in den letzten  Jahren großen Schwankungen, mit einer Höchststand von 44 Nächten im Jahr 1993 und einem Tief von nur 2 Nächten im Jahr 1999.

Bisher habe ich 1.437 verschiedene Objekte in meinem Beobachtungsbuch beschrieben. Mit Mehrfachbeobachtungen von ein und demselben Objekt bin ich jetzt bei der Beobachtung 2.214 in meinem Beobachtungsbuch angekommen.


Deep Sky

Mein 1000. Objekt beobachtete ich am 25. Mai 2011. Es war eine H II Region mit der NGC Nummer 5462 in der Galaxie Messier 101.

Die am meisten beobachten Objekte sind Galaxien mit über 600 Einzelobjekten, gefolgt von den Offenen Sternhaufen mit rund 300 Objekten und getrennten Doppelsternen mit 140 Objekten.
Sieben Supernovae in fernen Galaxien konnte ich ebenfalls beobachten.


Zeichnung von Messier 45

Zeichnung von Messier 45.


Supernovae habe ich auch schon ein paar vor dem Teleskopspiegel bekommen:

  • SN 1993J in NGC 3031
  • SN 2011B in NGC 2655
  • SN 2012au in NGC 4790
  • SN 2012cg in NGC 4424
  • SN 2014J in NGC 3034
  • SN 2014ad in PGC 37625
  • SN 2014bc in NGC 4258

Atmosphärische Erscheinungen:


Grüner Blitz  
Der Grün leuchtende Sonnenrand.

Das durch die Brechung des Sonnenlichts in der Atmosphäre verursachte Grüne Leuchten vom oberen Sonnenrand habe ich auf einer Aufnahmeserie vom 1. November 2015 entdeckt.



Sonnenuntergang  
Dämmerungsfarben und Sonnen- Auf- und Untergänge.

Das fotografieren der Dämmerungsfarben und der Sonnen- Auf- und Untergänge ist ein eigenes Hobby, das mit der Amateurastronomie gut zu kombinieren ist.

Für diese Bilder habe ich eine eigene Seite geschrieben.


Leuchtende Nachtwolke  
Leuchtende Nachtwolken.

Leuchtende Nachtwolken konnte ich in der Nacht vom 10. auf dem 11. Juli 2015 dokumentieren.
Es stand ein großes und helles Feld am Nordhorizont.


Haloerscheinungen.

Ich halte auch sehr viel nach Haloerscheinungen und Nebensonnen Ausschau.

Einen kompletten Mondhalo konnte ich am 29. April 2015 sehen.

Einen seltenen Nebenmond beobachtete ich am 29. Juni 2015.
Insgesamt konnte ich bisher zwei Nebenmonde sehen.


Die eingesetzten Teleskope:


Für den 114/900mm Newton finden sich in meinem Beobachtungsbuch nur noch wenige Aufzeichnungen, ich gehe aber von rund 200 Einsätzen mit diesem Teleskop aus.

Mein am meisten verwendete Teleskop ist der 150/3000mm Schiefspiegler. Seine hohe Anzahl an Einsätzen ist auf die Beobachtung der Sonne im Weißlicht zurückzuführen.

Das am Nachthimmel am häufigsten verwendete Teleskop war bisher der 200/800mm Newton.
Den 80/400mm Refraktor setze ich nur gelegentlich ein, dieses Teleskop benutze ich hauptsächlich als optischen Sucher.

Sehr viel beobachte ich mit dem Coronado PST Sonnenteleskop. Nach nicht mal zwei Jahren hatte es schon seinen 100. Einsatz.


Teleskope  

200/800mm Newton  
GoTo - oder das verlernen des Himmels.

Fast neun Jahre hatte ich eine Vixen Skysensor 2000 PC GoTo Steuerung an meinem Teleskopen.
So eine Steuerung ist etwas wunderbares: Auf Knopfdruck fährt es präzise jedes Objekt am Himmel an. Diese Steuerung war auch sehr leicht am Teleskop eingerichtet und arbeitete genau und fehlerfrei.

Den großen Nachteil einer solchen Steuerung sollte ich aber erfahren, als ich mir den 12"/ƒ Newton auf der Losmandy G11 zulegte.
An dieser Montierung habe ich kein GoTo mehr, sondern nur noch eine einfache Zweiachsen- Steuerung.

Die ersten male als ich mit diesem Teleskop beobachtet, fand ich mich am Himmel nicht mehr zurecht. Durch die Gewohnheit, alles mit Knopfdruck anfahren zu können, verlernte ich die Orientierung am Nachthimmel.
Besonders die kleinen Sternbilder rund um dem Himmelspol und auch die Sternbilder, die nur wenige und schwache Sterne haben, erkannte ich nicht mehr sicher.

Ich benötigte etwas Zeit, mich wieder richtig in den Himmel "hineinzuarbeiten" und die kleinen und schwachen Sternbilder wieder richtig zu erkennen.
Auch der Umgang mit Karte, Telrad, Optischer Sucher und dem "Starhopping" am Aufsuchokular musste ich wieder einüben.

Mir persönlich hat es aufgezeigt, das durch diese Teleskopcomputer die sichere Orientierung am Nachthimmel verloren geht.


Öffentlichkeitsarbeit:


Türen auf für die Maus - Der Türöffner-Tag von der Sendung mit der Maus


Türöffnertag  
Zum zweiten mal beteiligte ich mich an den bundesweiten "Türöffner-Tag", der vom WDR veranstaltet wird.
An diesem Tag öffnen die verschiedensten Einrichtungen, Institute und Museen, aber auch viele Firmen und soziale Einrichtungen ihre Türen speziell für Kinder.

Während ich mich im Jahr 2015 nur beim Auf- und Abbau der Modelle und Teleskope auf der Sternwarte beteiligte, führte ich beim Türöffner-Tag 2016 selbst Besuchergruppen durch die Sternwarte.

Im Jahr 2015 hatten wir passendes Wetter, so das wird das Planetensystem anhand eines großen Modells im Garten der Sternwarte erklären konnten und anschließend die Sonne durch die Teleskope der Sternwarte beobachten konnten.

Ganz anders war es im Jahr 2016.
Der Tag war dicht bewölkt, und es regnete auch immer wieder.
Wir mussten uns mit der Theorie begnügen. Im Vortragssaal erklärten wir das Planetensystem, anschließend erklärte ich zusammen mit einem Kollegen die Teleskope der Sternwarte.


Die Burgnacht auf der Kaiserburg in Nürnberg


Wir von der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft beteiligten uns an der Burgnacht auf der Kaiserburg in Nürnberg.


Burgnacht



Die Burgnacht am 11. Juli 2015 war für mich ein schönes Erlebnis und ein voller Erfolg.

Im Maria Sibylla Merian-Garten hatte ich meinem Schiefspiegler aufgestellt.
Ungefähr 250 Besucher sahen sich den Planeten Saturn an, sie waren von dem Anblick im Okular alle begeistert.

Burgnacht

Der VdS Astronomietag


Die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) veranstaltet den jährlichen Astronomietag, bei dem viele Amateure, Vereine und Sternwarten der Bevölkerung den Sternenhimmel näher bringen.

Im Jahr 2013 und 2014 beteiligte ich mich mit Mitgliedern aus dem Forum Stellarum in der Nähe von Kitzingen an den VdS Astronomietag.


Astronomietag Astronomietag

Der Astronomietag 2014

Wie auch schon im Jahr 2013, war auch am Astronomietag 2014 der Himmel von Wolken bedeckt.

   
Astronomietag

Der Astronomietag 2013

Leider war das Wetter nicht astronomisch gut...
Astronomietag

Die Starparty der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft


Starparty  
Eine weitere Veranstaltung, an der ich mich sehr gerne beteilige ist die Starparty der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (NAA), die alle zwei Jahre im August stattfindet.


Starparty  
Ein großer Erfolg wurde die Starparty am 22. August 2015, die am Segelflugplatz Lauf- Lillinghof stattfand.

Um die 1.500 Besucher bescherten bei sehr guten Wetter einen großen Ansturm an den Teleskopen.


Starparty Die NAA Starparty 2013

Gutes Wetter bescherte einen enormen Besucheransturm.

Starparty


ISAN 7


7th International Sidewalk Astronomy Night


 
Am 8. März 2014 veranstalteten Mitglieder vom Erlanger Astro- Stammtisch eine Aktion für die Öffentlichkeit.

Ganz im Sinne von John Dobson stellten wir unsere Teleskope am Erlanger Schlossplatz auf, um dem interessieren Publikum den Mond und den Jupiter zu zeigen.

Diese Aktion kam bei den Menschen sehr gut an.

Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es auf meinen Seiten.
ISAN 7


Vielen Dank fürs lesen.

Gerd Kohler
Dezember 2016.