254/3048mm Cassegrain

Der 10" ƒ12 TS-Optics Cassegrain.


Cassegrain


Bei diesem Teleskop handelt es sich um eine reine Spiegeloptik, die im Gegensatz zum Schmidt Cassegrain keine Korrektur- (Schmidt) Platte oder Meniskuslinse hat.
Das Teleskop ist in einer Gitterrohr-Bauweise aufgebaut. Dieses offene Design unterstützt eine schnelle Auskühlung und verhindert Tubusseeing.

Die technischen Daten:

Der Cassegrain wird in der Mond- und Planetenbeobachtung eingesetzt. Ebenso wird dieses Teleskop in der Beobachtung von Doppel- und Kohlenstoffsternen (roten und rötlichen Sternen) eingesetzt. Sehr erfolgreich habe ich dieses Teleskop auch in der Deep-Sky Beobachtung eingesetzt.
Das Teleskop wird zusammen mit einem 80/400mm Refraktor als Optischer Sucher auf einer Losmandy G11 aufgebaut.


Technische Zeichnung vom Cassegrain:


Technische Zeichnung


Der Frontring mit der Fangspiegelzelle und der Fangspiegelspinne.


Frontring


Sekundärspiegelzelle
  Die Sekundärspiegelzelle im Detail.



Sekundärspiegel
  Der Sekundärspiegel mit Mittenmarkierung im Blendrohr.



Die Hauptspiegelzelle mit dem Hauptspiegel und den Blendrohr.


Hauptspiegelzelle


Das Blendrohr.


Blendrohr


Die Abschlussplatte vom Tubus mit den drei Öffnungen für die Lüfter. Der Stromanschluss für die Lüfter ist unterhalb vom unteren Lüfter eingebaut.


Abschlussplatte


Okularauszug
  Im 3" Okularauszug ist eine Reduzierung auf 2" eingeschraubt. Die Klemmung erfolgt über einen Spannring. Die Reduzierung auf 1¼" ist ebenfalls mit einem Spannring ausgestattet.
Der Okularauszug lässt sich 50mm ausfahren. Auf dem Okularauszug ist eine Skala in Millimeter und Zoll eingraviert.
Der Fokussierknopf verfügt über eine 1:10 Untersetzung.



Okularauszug


Die Justierschrauben für den Hauptspiegel (linkes Bild) und für die Verkippung vom Okularauszug (rechtes Bild).

Justierschrauben     Justierschrauben


Mit dem Cassegrain werden drei M117x1 Verlängerungshülsen geliefert. Eine Hülse hat eine Länge von 50mm, die zwei weiteren Hülsen haben jeweils eine Länge von 25mm.

Verlängerungshülsen


Sucherhalterung
  Halterung für den Sucher.

In dieser Halterung lassen sich z.B. Leuchtpunktsucher klemmen.

Sucher



Batteriehalter
  Mitgeliefert wird auch ein Betteriehalter für acht "AA" Mignon Batterien mit passenden Anschlussstecker um die drei Hauptspiegellüfter betreiben zu können.



Kompletter Aufbau mit einem 80/400mm Refraktor als Optischen Sucher.


Komplettaufbau


Die Okularpalette:


Explore Scientific.


Brennweite Vergrößerung Ap in mm Feld in °
40mm 76x 3,3mm 0,9°

Baader Hyperion.


Brennweite Vergrößerung Ap in mm Feld in °
24mm 127x 2mm 0,5°
17mm 179x 1,4mm 0,4°
13mm 234x 1,1mm 0,3°
10mm 305x 0,8mm 0,2°
8mm 381x 0,7mm 0,2°


Ermittlung der realer Öffnung und der Mittenabschattung:


Um die reale Öffnung vom Hauptspiegel und die reale lineare Mittenabschattung durch den Fangspiegel bzw. dem Blendrohr vom Fangspiegel zu ermitteln machte ich einen Test mit der umgekehrten Okularprojektion und einer starken Taschenlampe.


Messung der Öffnung und Mittenabschattung


Für dem Hauptspiegel komme ich auf eine Öffnung von rund 252mm.


Messung der Öffnung und Mittenabschattung


Für die Abschattung vom Fangspiegel/Blendrohr Fangspiegel komme ich auf einem Wert von 87mm.


Messung der Öffnung und Mittenabschattung


Die Abschattung durch den Fangspiegel beträgt somit, bezogen auf 252mm Öffnung, 34,5% lineare Abschattung. Im Vergleich zu den Händlerangaben von 33% weicht dieser Wert nicht mal so weit ab. Auch die reale Öffnung vom Hauptspiegel entspricht weitgehend den 254mm, die auf der Händlerseite angegeben werden.


Umbau vom Okularauszug:


Den originalen Okularauszug habe ich durch einen stabileren Zahnstangen-Okularauszug ausgetauscht. Dieser ist wesentlich stabiler als der originale Okularauszug.
Die Rotation von diesem Okularauszug erfolgt feinfühlig ohne ein lösen der Überwurfmutter wie es beim alten Okularauszug nötig war. Das einstellen vom Fokus erfolgt präziser ohne dem zurückfedern wie es beim originalen Auszug vorhanden war.


Okularauszug


Dieser Okularauszug besitzt eine 1:10 Feinverstellung. Das Auszugsrohr läßt sich circa 47mm ausfahren.
Auf dem Okularauszug befindet sich eine Skala in Millimeter. Ein Sucherschuh ist ebenfalls vorhanden, den ich aber abmontiert habe.
Den Okularauszug habe ich mit einer Baader ClickLock Klemme ausgestattet.


Okularauszug


Den Okularauszug habe ich mit einem ZWO EAF Motorfokus System ausgestattet. Den Okularauszug kann ich ohne Software und Laptop auch mit einem Handkontroller verfahren.
Die Stromversorgung erfolgt bei mir über eine Powerbank.


Okularauszug


Im praktischen Betrieb ergibt sich mit der Baader ClickLock Klemme nur noch ein wenige Millimeter großer Verfahrweg vom Okularauszug nach innen.Mit der originalen Klemme habe ich einen Verfahrweg von rund 17mm mit den Baader Hyperion Okulare.
Die Baader Klemme ist deutlich stabiler als die originale Klemme, sie lässt durch ihre Baugröße aber nur noch wenige Millimeter Fokussierweg übrig, dadurch komme ich nicht mit allen Okularen in den Fokus.


Okularauszug


Da ich mit Baader ClickLock Klemme nur noch wenige Millimeter Fokussierweg hatte, baute ich wieder zurück auf die originale Klemme die ich mit einer stabileren Klemme ersetzte.


Okularklemme


Das Justieren vom Teleskop:


Die Ausrichtung oder die Verkippung vom Okularauszug und die Ausrichtung vom Fangspiegel richte ich im trockenen mit einem Justierlaser ein.

Zunächst richte ich die Verkippung vom Okularauszug zum Fangspiegel ein.
Alleine eine geringe Verkippung wie im Bild rechts wirkt sich stark auf die Position vom Laserpunkt auf die Mattscheibe vom Justierlaser aus:

Das Justieren vom Teleskop Das Justieren vom Teleskop
Mit den Justierschrauben für die Verkippung vom Okularauszug richte ich den Laserpunkt zentrisch in der Mittenmarkierung vom Fangspiegel aus, was schon deutliche Auswirkungen auf die Position vom Laserpunkt auf der Mattscheibe vom Justierlaser hat:

Das Justieren vom Teleskop Das Justieren vom Teleskop



Mit den Justierschrauben der Fangspiegelhalterung richte ich den Fangspiegel so aus, das der Laserpunkt in der Mitte der Mattscheibe vom Justierlaser zum liegen kommt.



Das Justieren vom Teleskop

Den Hauptspiegel richte ich am Stern aus.
Dazu stelle ich einen hellen Stern bei hoher Vergrößerung in die Mitte vom Gesichtsfeld vom Okular ein. Beim leicht defokussierten Stern verstelle ich den Hauptspiegel so lange, bis der Schatten vom Fangspiegel genau mittig vom defokussierten Stern zum liegen kommt und die "Beugungsringe" den Schatten vom Fangspiegel gleichmäßig umlaufen.


Meine Erfahrungen mit diesem Teleskop:


Das Teleskop bildet gut ab. Auch bei hoher Vergrößerung bleiben die Sterne scharfe Punkte und auch enge Doppelsterne werden gut getrennt.
Das Justieren von diesem Teleskop ist ebenfalls einfach zu bewerkstelligen. Durch den offenen Tubus und der Mittenmarkierung auf dem Fangspiegel ist die Justage vom Fangspiegel einfach zu bewältigen.

Der größte Schwachpunkt an diesem Teleskop ist der Okularauszug,
Beim fokussieren entsteht ein kleines zurückfedern sobald der Fokusknopf losgelassen wird. Durch seine Form auf der Unterseite lässt sich der Okularauszug auch nicht mit einem Standard-Motorfokus nachrüsten.
Die Rotation des Okularauszugs erfolgt über das lösen der Überwurfmutter. Ein feinfühliges rotieren ist dadurch nicht gegeben. Nach lösen und festziehen der Überwurfmutter verstellt sich die optische Achse vom Okularauszug zum Fangspiegel.

Der zweite Schwachpunkt ist der zu geringe Backfokus.
Dieser hatte sich nachteilig beim Austausch vom Okularauszug bemerkbar gemacht, der nur wenig länger als der originale Auszug ist. Durch den fehlenden Backfokus bleiben nur noch wenige Millimeter Verfahrweg nach innen übrig.

Der Fangspiegel taut sehr schnell zu.
In nicht einmal zu kalten und feuchten Nächten taut der Fangspiegel sehr schnell zu. Hier sollte mit einer kleinen Heizung das zutauen vermieden werden.


Stand der technischen Informationen: Dezember 2019.