Amateurastronomie und
Himmelsbeobachtung



Himmlisches und Irdisches.

Logbuch von Natur- und Himmelsbeobachtungen vom 3. Quartal 2013.
Juli bis September.


Neben vielen Sonnenbeobachtungen kam ich im Juli dreimal zur Beobachtung des Nachthimmels. 
In der Nacht vom 13. auf dem 14. Juli beobachtete ich am Feuerberg bei der Kissinger Hütte.
Der Himmel ist dort zwar dunkel, auch am Horizont sind kaum Aufhellungen erkennen, aber es ist eine lange Anfahrt von 170km nötig.

Eine zweite und dritte Beobachtungsnacht hatte ich in Mittelfranken, an meinem Stammplatz in der Nähe von Langenzenn.

Den August konnte ich nicht zum beobachten nutzen, die klaren Nächte fielen schichtbedingt aus.

Anfangs September hatte ich wieder mehr Glück. Zwei Nächte konnte ich am Segelflugplatz Lillinghof im Nürnberger Land für ausgedehnte Touren am Nachthimmel nutzen.

In den Abendstunden vom 29. September begannen sich die Wolken aufzulösen, so das ich meine Ausrüstung schnell einpackte.
Der Nachthimmel wurde aber nicht völlig klar, es hingen dünne Wolkenfelder am Himmel, so das ich in dieser Nacht hauptsächlich Karbonsterne beobachtete.

Juli


Bei der Sonnenbeobachtung gibt es bei meinem Beobachtungsplatz auch immer wieder Gelegenheit, die heimische Vogelwelt zu fotografieren:


Vogel Vogel
Vogel  

Auch eine Nebensonne konnte ich fotografieren:


Nebensonne
  1. Juli 2013, 19:30 Uhr MESZ.

Fotografiert mit einer Panasonic Lumix, DMC- FZ 150.

Manueller Fokus.
1/1600 Sekunde, f/6,3.



 
Die Nacht vom 13. auf dem 14. Juli.


In dieser Nacht an der Kissinger Hütte hatte ich recht gute Bedingungen.

Der Himmel war klar und transparent, am Horizont waren keine Aufhellungen durch künstliche Beleuchtung zu sehen.
Der Himmelshintergrund war nur wenig aufgehellt.

Ich beobachtete in dieser Nacht mit meinem 12"/f 4 Newton, parallaktisch montiert.















 
Die Nacht vom 15. auf dem 16. Juli.


An meinem Platz bei Langenzenn hatte ich einen wolkenlosen, aber sehr aufgehellten Himmel. Es ging nur ein leichter Wind, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,4 km/h.

Beobachtet habe ich wieder mit meinem 12"/f 4 Newton.


Vorbereitung

Vorbereiten auf die Nacht.


Zu Beginn der Nacht konnte ich die Bedeckung vom Stern 50 Vir durch den Mond beobachten.










Morgendämmerung

Die Morgendämmerung beginnt, die Nacht ist vorbei.



 
Die Nacht vom 16. auf dem 17. Juli.


Klarer und wolkenloser Himmel. Besonders der Nordost und Osthorizont ist sehr aufgehellt. Geringe Luftfeuchtigkeit. Es ging nur ein geringer Wind, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,6 km/h.

Beobachtet habe ich mit meinem 12"/f 4 Newton.










Beginn der Morgendämmerung, Ende der Beobachtungsnacht.




August

 
Die NAA Starparty am 10. August.


Starparty


Teleskop - Starparty
  Am 10. August 2013 fand die Starparty der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft statt. Veranstaltet wurde die Starparty auf dem Segelflugplatz Lauf- Lillinghof.

Ich beteiligte mich mit meinem 12", f/4 Newton an der Starparty.

Nachdem ich zusammen mit Vereinskollegen Bänke und Tische in den Flughangar eingeräumt hatte und sämtliche Vorbereitungen erledigt hatten, konnte ich noch die Sonne im H- α Teleskop beobachten.

Nachmittags war das Wetter sehr wechselhaft. Neben sonnigen Abschnitten zogen auch immer wieder größere Wolkenfelder durch.
Bereits schon vor dem offiziellen Beginn um 2030 Uhr trafen schon sehr viele Besucher auf dem Flugfeld ein. Die Teleskope konnten auf der geteerten Landebahn aufgestellt werden, der feste Untergrund war sehr vom Vorteil.

Schon beim Aufbau wurde ich von vielen Fragen zum Teleskop überhäuft, so das sich der Aufbau immer wieder verzögerte.

Ich traf bekannte Leute, Leute die mich kennen (der Nickname "CorCaroli" scheint inzwischen sehr bekannt zu sein...), und - was mich besonders Freude - auch Leute die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.

Bild: Mit freundlicher Genehmigung, Clemens Fischer - Pegnitz Zeitung.


Teleskop - Starparty
  Los ging es bei wechselnd bewölkten Himmel mit der Beobachtung der schmalen Mondsichel.
Ich hätte zu Beginn des Abends nicht gedacht, das der Andrang am Teleskop so groß, oder riesig ist. Die Menschen standen Schlange, um durch das Okular zu sehen. Es schauten Leute vom kleinen Kind bis zu älteren Damen und Herren, und quer durch alle Gesellschaftlichen Schichten durchs Teleskop.
Obwohl der Mond durch die Wetterbedingungen nicht besonders gut zu sehen war, waren ausnahmslos alle begeistert vom Anblick im Okular.

Blickweise konnte man noch die Venus mit den freien Augen sehen, viele Leute wussten nicht, das dieser helle Stern ein Planet ist.

Nach Einbruch der Dunkelheit war mein nächstes Objekt der Ringnebel in der Leier, den ich durch den Ansturm der Besucher so circa eine Stunde lang eingestellt hatte.
Ausnahmslos alle, die durchs Okular sahen, wieder vom kleinen Kind bis zu den älteren Herrschaften, konnten eindeutig die Ringform des Nebels im Okular erkennen. Auch hier musste ich wieder viel zum eingestellten Objekt und auch zum Teleskop erklären.

Weiter ging die Reise zum Kugelsternhaufen Messier 15 im Pegasus.
Der Besucherstrom ebbte jetzt schon etwas ab, so das dass beobachten etwas entspannter wurde.

Weitere Objekte waren der Doppelsternhaufen h & χ im Perseus, die Andromedagalaxie, in der auch ungeübte Beobachter sofort das große Staubband und die beiden Begleitgalaxien sehen konnten.
Der Abschluss bildeten die Galaxie Messier 33 im Dreieck und der offene Sternhaufen NGC 752 in der Andromeda.

Bild: Udo Schuster.


Am Nachthimmel waren immer wieder Perseiden zu sehen, die unter den Besuchern immer wieder große Begeisterung hervorriefen.

Gegen 130 Uhr packte ich so langsam zusammen, um mich gegen 2 Uhr auf dem Heimweg zu machen.
Für mich war es eine sehr interessante und gelungene Veranstaltung, danke an die Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft für die Organisation.



 
Nova Delphini 2013.


Nova

Nova Delphini 2013.


Aufgenommen am 16. August 2013 um 22:55 MESZ. Panasonic LUMIX DMC-FZ 150.
4mm Brennweite, f/2,8. 15 Sek bei ISO-200. Automatischer Fokus.




September

 
Die Nacht vom 4. auf dem 5. September.


Diese Nacht war die erste von zwei Nächten, die ich am Segelflugplatz von Lauf- Lillinghof verbrachte. Dieser Flugplatz liegt nord- östlich von Nürnberg.
Mein Teleskop stellte ich am Nord- Ostende etwas unterhalb von Flugplatz auf. An diesem Platz hatte ich kein direktes Licht durch Straßenlampen, und auch die Lichtglocke von Nürnberg wurde durch das Gelände verdeckt.

Der Himmel war in dieser Nacht wolkenlos, aber auch aufgehellt. Es ging ein lebhafter Wind mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 8,1 km/h.
Das Seeing war in dieser Nacht nicht so überragend, die Sterne blieben bei hoher Vergrößerung im Okular etwas aufgebläht.

Beobachtet hatte ich in dieser Nacht wieder mit meinem 300/1200mm Newton.















Ende der Beobachtungsnacht



 
Die Nacht vom 5. auf dem 6. September.


Die zweite Nacht am Segelflugplatz Lillinghof.
Wolkenloser, aber aufgehellter Himmel. Lebhafter Wind, max. 21 km/h, Ø 8,5 km/h.
Das Seeing war in dieser Nacht besser als in der vorhergehenden. Auch bei hoher Vergrößerung wurden die Sterne schärfer abgebildet als wie in der vorhergehenden Nacht.

Beobachtet hatte ich wieder mit meinem 300/1200mm Newton.


Venus

Venus am Abendhimmel.
















 
Die Nacht vom 29. auf dem 30. September.


In dieser Nacht beobachtete ich in der Nähe der kleinen Ortschaft Kreben, 30km westlich von Nürnberg.
Der Himmel blieb die ganze Nacht über aufgehellt.
Den größten Teil in dieser Nacht zogen hohe und dünne Wolkenfelder über dem Himmel, erst später, gegen 1 Uhr MESZ wurde es am Nordhimmel etwas besser.
Im Laufe der Nacht wurde es auch zunehmend feuchter, eine dicke Tauwasserschicht überzog das Teleskop und mein Auto. Der Optik konnte das aber nichts anhaben, die Spiegel, der Telrad und die Linse von meinem Sucher blieben völlig trocken.
In den Abendstunden ging noch ein lebhafter Wind, mit max. 15 km/h und einen Ø von 1,4 km/h, der sich dann aber wieder legte. Als sich der Wind legte, wurde es aber schnell sehr feucht.

In dieser Nacht habe ich wieder mit meinem 300/1200mm Newton beobachtet.










Uranus

Uranus mit den Monden Titania und Umbriel.


Uranuszeichnung
  Titania oder Ariel?

Was habe ich nun beobachtet? Den Mond Titania oder doch den Mond Ariel.

Im Vergleich meiner Zeichnung mit der Karte aus Cartes du Ciel passen die Monde Ariel und Umbriel besser zur Zeichnung als die Monde Titania und Ariel.

Ariel ist mit 14m4 auch ein wenig heller als Umbriel mit 15m0, was auch mit meiner Zeichnung zusammenpasst.

Meiner Meinung nach sollte es der Mond Ariel gewesen sein, den ich in dieser Nacht beobachtet habe.




In dieser Nacht konnte ich auch noch einige helle Meteore sehen, die vom δ Aurigiden Meteorstrom stammen sollten.
Ein heller Meteor mit einer deutlichen Leuchtspur flog direkt durchs Feld vom Okular.