Sonnenbeobachtung
Setup für die Beobachtung der Hα Linie

Mein Setup für die Beobachtung der Chromosphäre und des Sonnenrandes in der Hα Linie bei 656,28nm.


 Das Coronado PST


Für die Beobachtung der Sonne verwende ich ein "Coronado PST" Hα Sonnenteleskop.
Dieses kleine Teleskop kann man als die "Einstiegsdroge" in die Beobachtung der Hα Linie ansehen.

Selbst dieses kleine Teleskop zeigt einen schon eine große Menge an Details auf der Sonnenscheibe und am Sonnenrand.


Coronado PST


Die Daten zum PST:


Innenfokusierung  
Das Innenleben vom schwarzen Kasten:

Mit dem großen fünfseitigen Pentaprisma, das auf einem Schlitten beweglich befestigt ist, wird das Sonnenbild scharfgestellt.
Das kleine Prisma, links unten, lenkt den Lichtstrahl aus einer Öffnung vorne am PST Kasten zum Sonnensucher, der oben am PST angebracht ist.

Frontlinse  
Die Frontlinse vom PST mit bläulicher Beschichtung.

Etalon  
Das Etalon vom PST.


Blockfilter  
Der kleine Blockfilter vom PST, mit nur 4mm Durchmesser.


Blockfilter  
Der Blockfilter, von innen gesehen.


ERF-Filter  
Vor dem Blockfilter ist ein weiterer Filter eingebaut.
Es ist ein Energieschutzfilter (ERF), der die Sonnenenergie abblockt.

Das ERF ist bei der Serie mit dem blauen Objektiven im Lichtweg nach dem Etalon verbaut.

   ERF-Filter

Das Bild links zeigt den ERF okularseitig, diese Seite schaut zum Blockfilter. Das Bild rechts zeigt den ERF objektivseitig, diese Seite schaut in Richtung Pentaprisma und Etalon.
Dieser Filter wird auch als "ITF Filter" (Induced Transmission Filter) bezeichnet.

Dieser Filter kann zur Korrosion neigen. Austauschfilter gibt oder gab (?) es von der Firma Beloptik. Besitzer von einem betroffenen PST haben auch gute Erfahrungen mit einem Filter von Maier Photonics gemacht.


Sucher  
Der Sonnensucher.

Der Sucher ist eine kleine runde Öffnung mit einer Mattscheibe im PST Kasten, in dem das Sonnenlicht durch ein kleines Prisma im PST geworfen wird.
Das aufsuchen der Sonne funktioniert mit diesem Sonnensucher sehr einfach und gut.
Der kleine Lichtpunkt blendet auch nicht bei mittig eingestellter Sonne.


Tuning  
Der Drehring für die Kippung vom Etalon.

Hier wird der Kontrast der Hα Linie eingestellt.
Der Bereich um den besten Kontrast einzustellen ist nicht besonders groß, er liegt nur wenige Grad um die von mir angebrachte Markierung.
Durch die Größe des Drehrings läßt sich der beste Kontrast aber relativ gut einstellen.


Fokusierung  
Die Fokussierung.

Mit diesem kleinen Drehknopf wird das Sonnenbild im Okular scharfgestellt.


Meine Erfahrungen mit dem Coronado PST Sonnenteleskop:


Das keine Teleskop läßt sich problemlos auf ein Fotostativ anbringen.
Das Fotostativ sollte aber schon ausreichend stabil sein, und vor allem auch leichtgängig sein. Läuft es zu ruckelig, dann verliert man schnell das Sonnenbild beim nachführen.
Alternativ und auch stabiler ist es, das PST auf einer azimutalen Montierung anzubringen.

Durch die zwei Fotogewinde an der Unterseite vom schwarzen Kasten kann das PST verdrehsicher auf einer Prismenschiene montiert werden.


Durch den eingebauten Sonnensucher geht das sehr leicht.
Ich richte dazu nur das PST so ungefähr auf die Sonne aus, dann ist schon der erste Reflex von der Sonne im Sucher zu sehen. Jetzt nur noch das Teleskop etwas bewegen, bis der Lichtpunkt der Sonne mittig in der Mattscheibe steht.


Es ist nicht immer so einfach, das Sonnenbild auf Anhieb zu finden. Der kleine Blockfilter läßt nur einen kleinen Bereich für das Sonnenbild zu, sobald es schon etwas außerhalb steht, läßt es sich nicht gleich finden.
Um es zu finden, ist es notwendig die richtige Position vom Auge am Okular zu haben, schaut man nur wenig daneben, ist das Sonnenbild weg.


Bis zu ∼ 60x (0,67mm AP) vergrößere ich mit dem PST. Die Sonnenscheibe passt bei dieser Vergrößerung noch komplett in das Okular.


Der Kontrast für die Hα Linie läßt sich mit dem großen Drehring recht gut und genau einstellen. Der Drehring vorne am PST Gehäuse liegt gut in der Hand.
Der kleine Drehknopf für das scharfstellen von Sonnenbild könnte etwas größer sein, aber dieser Knopf erfüllt seinen Zweck.


Das Hα Bild wird nicht über die gesamte Sonne gleichmäßig abgebildet, sondern es ist ein Streifen, von ungefähr ⅔ der Breite der Sonnenscheibe an dem der Kontrast gegeben ist. Bei der Beobachtung muss man die Sonne etwas abfahren, um alle Details in der Chromosphäre erfassen zu können.
Bei niedriger Vergrößerung erkenne ich die Protuberanzen noch um das gesamte Sonnenscheibchen, bei höherer Vergrößerung macht sich wieder der Streifen vom höchsten Kontrast bemerkbar, die Protuberanzen sind nicht an beiden Seiten der Sonne gleichzeitig zu sehen, sondern es ist am besten, immer den zu beobachteten Rand in Okularmitte zu stellen.

Oberflächendetails kann man mit dem PST schon sehr viele sehen.
Der Marmoreffekt der ungestörten Chromosphäre kommt gut zur Geltung.
Sonnenflecken sind schwarze Punkte auf der Sonnenscheibe, Flares und Plages erscheinen hell und deutlich. Filamente heben sich dunkel vor der Sonnenscheibe ab.
Die durch die Spikulen hervorgerufene Rauhigkeit vom Sonnenrand kann gut nachvolllzogen werden.
Protuberanzen bildet das PST erstaunlich gut ab, auch sehr kleine Protuberanzen kann man gut erkennen. Auch von der Sonne abgelöste und isoliert über den Rand "schwebende" Protuberanzen habe ich mit dem PST schon beobachten können.


PST und Schiefspiegler


Das PST habe ich Site by Site zusammen mit dem Schiefspiegler montiert.
Die Ausrichtung vom PST zum Schiefspiegler stelle ich mit einer Leitrohrplattform ein. So habe ich im Weißlicht und in der H- alpha Beobachtung die selbe Region im Okular und kann so zwischen beiden Linien wechseln, ohne die Montierung verfahren zu müssen.


PST und Leitrohrplattform