Amateurastronomie und
Himmelsbeobachtung



Himmlisches und Irdisches.

Logbuch von Natur- und Himmelsbeobachtungen vom 2. Quartal 2016.
April bis Juni.


Keine Chancen für die Beobachtung ferner Himmelsobjekte gab es im April.  
Am 2. April überzog sich der Himmel mit einer milchigen Wolkenschicht: Staub aus der Sahara wirbelte bis nach Mitteleuropa und sorgte für dichte Schleierwolken.

Am 6. April wurde die Venus vom Mond bedeckt. Ich schaffte es aber nicht, den Mond am Taghimmel zu finden.

Ab den 6./7. April begann die Sichtbarkeitsperiode von Merkur am Abendhimmel.
Den flinken Planeten konnte ich am Westhorizont erspähen. Auch die weite Konjunktion mit dem Mond konnte ich beobachten.

Anfangs Mai wurde es aber doch einmal was, mit der Beobachtung schwacher Himmelsobjekte.
Bei schönen Wetter konnte ich an vier Nächten mit meinem 12" Newton ausgiebig beobachten.

Ein weiteres großes Ereignis war der Transit vom Merkur am 9. Mai.
Ich beobachtete diesen Transit zum Teil an meinem Beobachtungsplatz an einem Windkraftwerk in Mittelfranken, zum anderen Teil beteiligte ich mich an der öffentlichen Führung auf der Sternwarte in Nürnberg.

Eine Gelegenheit, außer einer Beobachtung von Mond, Mars und Saturn und einigen Beobachtungen der Sonne, gab es für mich im Juni nicht.

 April

 
Staub aus der Sahara liegt in der Luft.


Ein Tief über Tunesien verfrachtete Staub nach Europa.

Saharastaub
  Ein Tief über Tunesien hat in der Sahara mächtig Staub aufgewirbelt. Am Samstag den 2. April erreichte dieser Staub auch Mittelfranken.

Da diese Staubkörner zusätzliche Kondensationskeime darstellen, können sich in den hohen Luftschichten Eiskristalle an den Staubkörnern anlagern.
In der Folge können ungewöhnlich dichte Schleierwolken entstehen, hinter denen die Sonne verblasst.

In der Tat überzog sich der Himmel immer mehr mit dichten Schleierwolken, hinter denen die Sonne zunehmend verblasste.

In den dichten Schleierwolken konnte ich immer wieder schwache Nebensonnen erkennen, ein 22° Ring war ebenfalls angedeutet sichtbar, dieser ließ sich aber nicht eindeutig nachweisen.


Saharastaub


Wie durch eine Milchglasscheibe:
Staub von der Sahara sorgte für eine Bildung von dichten Schleierwolken, durch die sich die Sonne mühsam durchkämpfte.



 
Der Mond bedeckt die Venus.


Erfolgloser Versuch einer Tagbeobachtung von Mond und Venus.

Setup
  In den Vormittagsstunden vom 6. April wurde die Venus vom Mond bedeckt.
Ich versuchte mit dem 80/400mm Refraktor diese Bedeckung zu beobachten.

Nachdem in der Nacht zum 6. April noch ein Regengebiet durch Mittelfranken zog, waren die Bedingungen am Vormittag nicht mal zu schlecht.
Zu Beginn der Bedeckung waren immer wieder große Wolkenlücken vorhanden, um den Mond und die Venus sehen zu können.

Ausgehend von der Sonne versuchte ich den Mond am Himmel finden zu können. Einmal meinte ich, die schmale Mondsichel sehen zu können, es gelang mir trotz intensiver Suche nicht mehr, den Mond ein weiteres mal aufzuspüren.

Woran es gelegen war, das ich den Mond trotz großen Feld vom Refraktor nicht erkennen konnte, das kann ich noch nicht so richtig nachvollziehen.
Trotz dem weiten Abstand zur Sonne war es noch sehr hell im Okular, so das hier eventuell ein Graufilter ND 0.9 Besserung bringt.
Ich muss zusätzlich eine genauere Fokussierung erreichen, damit es mir die kontrastarme und dünne Mondsichel nicht im Bild vom Okular verschmiert.

Bei der Kamera würde ein Orangefilter Sinn machen, um den Kontrast zum blauen Hintergrund vom Himmel zu erhöhen.


Himmel



 
Merkur am Abendhimmel.


Die erste Beobachtung am 7. April.


Der innerste Planet Merkur ist bis Mitte April wieder am Abendhimmel zu sehen.

Merkur
  Merkur ist bis Mitte April Abends am Westhorizont gut zu sehen.

Am 18. April erreicht Merkur mit 19° 56′ seine größte östliche Engolation von der Sonne. Am 16. April steht Merkur am höchsten über dem Westhorizont.

Ich versuchte in der Dämmerung vom 7. April Merkur am Westhorizont zu sehen.
Mit einem Fernglas konnte ich ihn nach einigen Suchen zwischen den Wolken finden. Ich hoffe nur, das ich keinem Flugzeug auf dem Leim gegangen bin...

Mit den freien Augen war es mir unmöglich, Merkur zu sehen.

Auf meinem Bild, das um 2020 entstanden ist, ist Merkur als kleiner Punkt in der Mitte vom Bild zu sehen.



Das untere Bild zeigt Merkur in der Abenddämmerung vom 7. April.

Mit einem Klick in das Bild öffnet sich ein größeres Bild.

Merkur ist fast in Bildmitte unterhalb der dunklen Wolken.


Merkur

Merkur in der Abenddämmerung vom 7. April.


 
Merkur und die schmale Mondsichel.


Die schmale Mondsichel begegnete Merkur am Abendhimmel.

Mond und Merkur
  Am Abend vom 8. April stand die schmale Mondsichel rund 6° süd- östlich von Merkur entfernt.
Ich versuchte, diese weite Konjunktion zwischen Mond und Merkur beobachten zu können.

An meinem Standort in der Nähe von Dürrnfarrnbach in Mittelfranken hatte ich schlechte Bedingungen.
Der Horizont im Westen war übersät von dünnen Wolken, die zwar für einen sehr farbigen Sonnenuntergang sorgten, aber für eine Beobachtung der schmalen Mondsichel und des nur -1m0 schwachen Merkur sehr hinderlich waren.

Nach langen suchen mit einem Fernglas gelang es mir um 2056 MESZ Mond und Merkur zwischen den Wolken zu finden.

Ein Klick in das Bild von Mond und Merkur öffnet ein größeres Bild.



Die schmale Mondsichel, 31 Stunden nach Neumond.

Mondsichel
  Noch bevor ich Merkur sehen konnte, entdeckte ich die schmale Mondsichel zwischen den Wolken.

Aufgenommen habe ich das Bild um 2043 MESZ.

Die Mondsichel habe ich ca. 31,2 Stunden nach Neumond aufgenommen.
Die Sichel ist zu 2,7% beleuchtet bei einer Dicke von 0,84′.
Der Mond ging 86 Minuten nach der Sonne unter.

Alle Bilder habe ich mit einer Panasonic LUMIX DMC FZ150 Bridgekamera aufgenommen.

 
Merkur am Abendhimmel vom 11. April


Am Abendhimmel vom 11. April konnte ich Merkur ein weiteres mal am Westhorizont sehen.

Merkur
  Dieses mal konnte ich Merkur sehr deutlich mit den freien Augen sehen, was mir am 7. und am 8. April nicht gelang.

Als ich ihn in der Dämmerung gefunden hatte, gelang es mir, den -0m7 hellen Merkur auf Anhieb wiederzufinden.

Aufgenommen habe ich das Bild bei Dürrnfarrnbach in Mittelfranken um 2055 Uhr MESZ.
Meine Kamera war eine Panasonic LUMIX DMC FZ 150 Bridgekamera.

Mit einem Klick in das Bild öffnet sich ein größeres Bild.

Merkur ist der kleine Punkt oben in Bildmitte.

 
Merkur am Abendhimmel vom 14. April


Am 14. April beobachtete ich Merkur ein weiteres mal am Abendhimmel.

Nachdem ich Merkur in der Abenddämmerung mit dem Fernglas gefunden hatte, konnte ich den ersten Planeten im Sonnensystem wieder gut mit den freien Augen sehen.

Merkur verändert seine Position(*) am Himmel sehr schnell, schon innerhalb weniger Minuten war Merkur an einer anderen Stelle am Himmel zu finden.
Die beiden Bilder habe ich in einem Abstand von nur 10 Minuten aufgenommen. Die Markierungen unten am Bildrand kennzeichnen dem selben Baum.
Die Bewegung vom Merkur innerhalb von 10 Minuten ist gut zu erkennen.

(*) = Natürlich bewegt sich Merkur an sich nicht so schnell über den Himmel, sondern diese Bewegung ist der Drehung der Erde geschuldet.
Die Eigenbewegung von Merkur lässt sich aber innerhalb weniger Tage gut verfolgen, wenn der Planet über mehrere Tage hinweg zur gleichen Uhrzeit am gleichen Standort beobachtet wird.


Merkur

2056 Uhr.
Merkur

2106 Uhr.

 
Ein Sonnenfleck ist mit den freien Augen zu sehen.


In der Aktiven Region 12529 rotierte ein großer Fleck in die Sonnenscheibe hinein.

Sonnenfleck
  Vor ein paar Tagen "kündigte" sich dieser Fleck schon an. In der H- α Linie konnte ich mit dem PST- Sonnenteleskop am Rand der Sonne viele große Protuberanzen und einige größere Spikulen beobachten.

Das Bild rechts gibt - ungefähr - den Anblick mit den freien Augen wieder. Das Bild der Sonne ist immer noch zu groß dargestellt.
Das kleine Bild gibt den Anblick der Sonne mit den freien Augen und den Sonnenfleck besser wieder:

Sonnenfleck

Merkurtransit
  Der Sonnenfleck ist auf dem kleinen Bild schon fast nicht mehr zu erkennen.
In natura hat der Fleck aber mehr Kontrast zur Sonne, und ist deshalb nicht so unsichtbar wie auf dem Bild, sondern er sieht eher aus wie ein kleines, dunkles Staubkorn auf der hellen Scheibe der Sonne.

Dieser Fleck ist ein guter Anhaltspunkt dafür, was beim Transit von Merkur am 9. Mai 2016 zu erwarten ist.

Merkur erreicht beim Durchgang vor der Sonne nur eine Größe von 12″, und ist damit viel kleiner als dieser Sonnenfleck.
Merkur wird mit den freien Augen kaum, oder besser gesagt, nicht vor der Sonne zu sehen sein.

Auf dem © Calsky- Bild ist Merkur der kleine dunkle Punkt fast in der Mitte der Sonne. Der Sonnenfleck links oben hat die ähnliche Größe wie der in der Aktiven Region 12529.
Schon dieser Vergleich zeigft die Unmöglichkeit auf, Merkur mit den freien Augen sehen zu können.

Finsternisbrille
  Bei jedem Versuch die Sonne selbst zu beobachten, muss immer eine geeignete Finsternisbrille verwendet werden (siehe Bild links), ansonsten drohen nicht behebbare Schäden der Augen.

Das gleiche gilt für die Verwendung jeglicher Optik:
Auch hier muss das Sonnenlicht mit einer geeigneten Methode (Filterfolie ND 5.0) gedämpft werden.




 Mai

 
Beobachtungsnächte im Mai.

 
Die erste Nacht, vom 4. auf dem 5. Mai.


Dämmerung


Teleskop
  Eine Beobachtungsnacht unterm Windrad.

Nach einem gefühlten halben Jahr Pause kam ich im Jahr 2016 das erste mal wieder so richtig zum beobachten von schwachen Himmelsobjekten.

In dieser Nacht hätte ich eigentlich Nachtschicht in der Firma gehabt.
Da aber keiner krank war und keine schwierige Produktion anstand, vereinbarte ich mit meinem Werksleiter einen flexiblen Abbau von Überstunden. Mit meinem Schichtführer- Stellvertreter machte ich eine Rufbereitschaft aus, falls es doch Probleme geben sollte.

Mein Standort war in Mittelfranken, am Vorplatz einer Windkraftanlage.
Ich hatte einen klaren, aber aufgehellten Himmel, der wenig Kontrast zum Hintergrund hatte. Es wehte zudem ein leichter Wind.
Gegen ein Uhr Nachts entdeckte ich die ersten Wolkenfelder am Nord- Osthimmel, die sich zunächst wieder zurückzogen, aber ab zwei Uhr Nachts so langsam begannen, den gesamten Himmel zu überziehen.

Beobachtet habe ich in dieser Nacht mit meinem 12"/ƒ 4 Newton, der parallaktisch montiert ist.


Die beobachteten Objekte und die Eindrücke im Okular:












Statistik (nur Deep Sky): 2.128 Beobachtungen, 1.382 Objekte.


Mars und Saturn

Mars und Saturn im Sternbild Skorpion.


Die SQM-L Messwerte für diese Nacht.

Messwerte



 
Die zweite Nacht, vom 5. auf dem 6. Mai.


Sonnenuntergang
  Die zweite Beobachtungsnacht unterm Windrad.

Wie schon in der Nacht zuvor, konnte ich auch an diesem Abend Überstunden abbauen, und konnte so ein paar Stunden nutzen, bevor ich wieder in die Firma zur Nachtschicht musste.

An meinem Standort in Mittelfranken hatte ich wieder einen wolkenlosen und sehr klaren Himmel, der aber doch wieder durch die umliegenden Städte und Dörfer aufgehellt war.

Auch an diesem Abend beobachtete ich wieder mit meinem 12"/ƒ 4 Newton, der parallaktisch montiert ist.

Von der untergehenden Sonne habe ich ein Video erstellt, das mit einem Klick in das Bild der untergehenden Sonne gestartet wird.
Für das Video wird ein moderner Browser benötigt, wie der aktuelle Firefox.


Hier war ich am Nachthimmel zugange:






Galaxienfeld in der Jungfrau.






Statistik (nur Deep Sky): 2.141 Beobachtungen, 1.393 Objekte.


Die SQM-L Messwerte für diese Nacht.

Messwerte



 
Die dritte Nacht, vom 7. auf dem 8. Mai.


Sonnenuntergang
  Von Dämmerung zu Dämmerung.

Eine komplette astronomische Nacht hindurch konnte ich am Himmel beobachten.

Mit meinem parallaktisch montierten 12"/ƒ 4 Newton beobachtete ich wieder in Mittelfranken am befestigten Vorplatz von einem Windkraftwerk.

Ich hatte wieder einen wolkenlosen Himmel, der aber wieder sehr aufgehellt war. Die Transparenz war leider nicht so gut.

Beim Sonnenuntergang bemerkte ich schon den großen Hof um die Sonne, der durch die zunehmende Verunreinigung der Luft durch Staub- und weiteren Teilchen kommt, an denen sich das Licht streut.

Dadurch, das es jetzt schon einige Tage nicht mehr geregnet hat, sammeln sich immer mehr Aerosole in der Luft an, was zu einer Herabsetzung vom Kontrast zum Himmelshintergrund führt.
Schwache Objekte sind dadurch immer schwieriger beobachtbar oder auch überhaupt nicht mehr zu sehen.

In dieser Nacht ging Wind mit einem Durchschnitt von 4,3 km/h, der sich in der zweiten Nachthälfte wieder legte.


Meine Tour am Nachthimmel mit den Objekten, die ich beobachtet habe:




Galaxienfeld in der Jungfrau.
















Statistik (nur Deep Sky): 2.154 Beobachtungen, 1.404 Objekte.


Zum Abschluss der Nacht habe ich noch Mars und Saturn angeschaut.
Die beiden Planeten sind aber derart von der Luftunruhe verschmiert...


Teleskop in der Dämmerung

Die Dämmerung setzt ein, die Nacht geht zu Ende.


Die SQM-L Messwerte für diese Nacht.

Messwerte


Morgendämmerung



 
Die vierte Nacht, vom 8. auf dem 9. Mai.


Abendvogel


Sonnenuntergang
  ...die Müdigkeit schlägt zu...

Ein weiteres mal beobachtete ich am Vorplatz von einem mittelfränkischen Windkraftwerk.

Wie auch schon am Abend zuvor, ging die Sonne mit einem großen Halo unter, die Luft ist von Aerosolen durchsetzt.
Auch an der Transparenz vom Nachthimmel machte sich das negativ bemerkbar, der Hintergrund vom Himmel im Okular war wieder hell und grau.

Ansonsten hatte ich an meinem Standort wieder einen klaren und wolkenlosen Himmel, der aber leider sehr aufgehellt war.

In dieser Nacht ging Wind mit einem Durchschnitt von 5,7 km/h.

Am Nachthimmel beobachtet ich wieder mit meinem 12"/ƒ 4 Newton.

Diese Nacht war jetzt die vierte, an der ich beobachtete. So langsam machte sich doch die Müdigkeit bemerkbar, die mich auch sehr unkonzentriert machte.
Gegen 1 Uhr beendete ich deshalb die Beobachtungsnacht.


Mondsichel

Die Mondsichel am Abendhimmel.


Die Objekte, die ich in dieser Nacht beobachtet habe:


Abenddämmerung

Die Nacht beginnt...









Statistik (nur Deep Sky): 2.162 Beobachtungen, 1.412 Objekte.

An allen Nächten hatte ich einen sehr aufgehellten Himmel. Mein Teleskop konnte ich in der Nacht mühelos sehen, so hell war es an meinem Standort in Mittelfranken.


Eine Anmerkung zu den starken Schwankungen der SQM-L Messwerte.

Die starken Schwankungen der Messwerte könnten von einem ganz banalen stammen, an dem ich überhaupt nicht gedacht habe:
Vermutlich verursacht die Beleuchtung vom Turm und vor allem die blinkenden Lichter oben am Generatorhaus diese starken Schwankungen der SQM-L Messwerte.
Etwas anderes kommt kaum in Betracht, eine andere Quelle unterschiedlicher Beleuchtung ist mir in der Nacht nicht aufgefallen.



Zu diesen Beobachtungsnächten entstand auch eine Diskussion im Astronomieforum   Astrotreff  



 
Der Merkurtransit.


Ein schwarzer Punkt bewegt sich über die Sonne.


Wolkenhimmel
  Der Merkurtransit vom 9.Mai - eine Beobachtung in zwei Teilen

Teil 1:
Der Beginn des Transits am mittelfränkischen Windkraftwerk.


Den Beginn vom Merkurtransit wollte ich mir in aller Ruhe ansehen. Dazu wählte ich wieder den befestigten Vorplatz einer Windkraftanlage.

Der Himmel war an diesem Tag nicht mehr frei von Wolken wie in den vergangenen Tagen. Aufziehende Cirruswolken kündigten bereits einen Wetterwechsel an.

Den Merkurtransit beobachtete ich mit meinem 150mm/ƒ 20 Schiefspiegler zusammen mit einem Herschelprisma im Weißlicht und mit dem Coronado PST in der Hα Linie.

Um die Sonne komplett in das Feld vom Okular zu bekommen, wählte ich eine Vergrößerung von 75x, um nicht nur einen kleinen Ausschnitt der Sonne zu sehen.

Das Bild im Okular von der Sonne im Weißlicht war auf der Sonnenscheibe sehr scharf und ruhig, nur der Rand flirrte stark, so das es nicht richtig scharf abgebildet wurde.
Dadurch wurde die Sichtbarkeit vom ersten Kontakt erschwert.

Ich konnte aber nur wenige Augenblicke nach dem ersten Kontakt eine kleine Delle am Sonnenrand sehen.

In der Hα Linie war von Merkur schon etwas mehr zu sehen.
Nicht nur durch die kleine Delle machte sich Merkur in der Hα Linie vor der Chromosphäre bemerkbar, auch die Spikulen, die über den Sonnenrand hinausgehen, wurden von dem Merkurscheibchen bedeckt.

In der Hα Linie war das Merkurscheibchen schon vor dem 2. Kontakt komplett zu sehen.
¼ vom Merkurscheibchen stand vor den Spikulen, der Rest vom Scheibchen war vor der Chromosphäre zu sehen.
Zeitgleich stand Merkur erst zu ⅔ vor der Photosphäre.

Nach dem 2. Kontakt, als sich Merkur vom Sonnenrand löste, meinte ich eine leichte dunkle Brücke, das "Tropfenphänomen", sehen zu können.

Merkurtransit
  Merkur war ein tiefschwarzer, scharf begrenzter runder Punkt, der sehr deutlich vor der Sonne zu sehen war.

Das Foto von der Sonne mit dem Merkur habe ich mit einer Panasonic LUMIX DMC FZ 150 Bridgekamera aufgenommen.
Verwendet habe ich zusätzlich einen 1,7x Telekonverter. Für die Dämpfung vom Sonnenlicht kam eine Baader AstroSolar ND 5.0 Filterfolie zum Einsatz.

Auf dem Bild ist Merkur der kleine dunkle Punkt am linken Sonnenrand.


Teil 2:
Die öffentliche Beobachtung auf der Nürnberger Sternwarte.


Nachdem ich den Transit eine Weile beobachtet hatte, packte im mein Teleskop zusammen, um nach Nürnberg zur Sternwarte zu fahren, und dort zusammen mit weiteren Leuten von der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft den Besuchern einen Blick auf die Sonne mit dem Merkur zu ermöglichen.

Dort angekommen, musste ich die einzelnen Teile von der Montierung und der Optik erst mal auf die Besucherterrasse hochtragen, um es dort aufzustellen.
Ich bekam dazu tatkräftige Unterstützung von meinem Vereinskollegen. Vielen Dank noch mal für die Hilfe!

Sternwarte Nürnberg
  Die Bedingungen waren im Laufe des Nachmittags sehr unterschiedlich.
Am Himmel war die Bewölkung sehr unterschiedlich. Klare Abschnitte wechselten mit dünnen und auch dichteren Wolken ab. Ab und zu mussten Pausen eingelegt werden, da die Wolken einen Blick auf die Sonne verwehrten. Nebensonne

In den Wolken zeigten sich am späten Nachmittag auch immer mal wieder Nebensonnen.

Die Luft war über lange Zeiträume sehr ruhig, so das die Sonne, das Merkurscheibchen sowie die Sonnenflecken gut zu sehen waren.

Laut Sternwartenlogbuch hatten an diesem Nachmittag 344 Besucher den Weg zur Sternwarte gefunden.

Die Besucher waren durchwegs sehr interessiert und stellten so einige Fragen zum Transit, der Sonne und auch dem Teleskop. Es entwickelten sich einige interessante Gespräche mit den Besuchern.
In vielen Gesprächen ging es auch darum, wie die Lichtdämpfung funktioniert, und warum die Sonne in meinem Teleskop weiß aussieht (Herschelprisma), während sie im einem anderen Teleskop orange eingefärbt ist (Schmidt-Cassegrain mit einem Glasobjektivfilter) oder auch ganz rot ist (Hα Teleskop).

Sehr viele waren sehr überrascht, wie klein Merkur ist, und wie deutlich er im Okular zu sehen ist. Auch die drei Gruppen mit den Sonnenflecken wurden von vielen Besuchern kommentiert.
Männer kommentierten dabei "sachlicher" das gesehene im Okular: Ein schwarzer Punkt, der eben gut zu sehen ist.
Einige, vor allem junge Frauen kommentierten Merkur als "kleinen süßem Punkt", oder einfach: "oh, ist der süß"...
Einige Kinder, die auch durch das Teleskop sahen, waren sehr konzentriert und ausdauernder als mancher Erwachsener.

Ich blieb bis zum Sonnenuntergang auf der Nürnberger Sternwarte.
Beim Abbau und wieder hinuntertragen von Teleskop und der Montierung bekam ich abermals tatkräftige Unterstützung von meinem Vereinskollegen. Vielen Dank dafür.

Merkurtransit
  Das Bild vom Merkurtransit entstand mit einer digitalen Spiegelreflexkamera an meinem Schiefspiegler.
Vielen Dank an Gernot Semmer für dieses Bild.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag. Besonders die öffentliche Führung auf der Sternwarte machte mir sehr Spaß.
Noch dazu war das Wetter sehr gut, es war vor allem ein warmer Tag, so das es ein "T-Shirt Wetter" war.
Nicht nur deswegen war der Merkurdurchgang auf der Besucherterrasse ein schöner Anblick...



 
Ein neuer Beobachtungsplatz auf der Hohen Geba.


Sternenpark Hohe Geba
  Ein astronomischer Beobachtungsplatz im Sternenpark Rhön.

Am 9. April 2016 wurde der astronomische Beobachtungsplatz auf der Hohen Geba (Gebaberg) im Sternenpark Rhön eingeweiht.

Der Platz besteht aus vier sechseckigen, betonierten Plattformen, die auch über einen Stromanschluss verfügen, der am 23. Mai 2016 allerdings noch nicht fertig war.

Sternenpark Hohe Geba

Ich habe den Platz am 23. Mai 2016 angefahren, um mal zu sehen, wie lange ich vom Mittelfranken aus benötige, den Platz zu erreichen, es waren ca. 2½ Stunden, und den Platz überhaupt zu finden.

Die Anfahrt war relativ problemlos, nur die von LKW verstopften Bundesstraßen 8 und 286 zogen die An- und Abfahrt sehr in die Länge.
Zum Gebaberg fuhr ich über die A 71, Ausfahrt Mellrichstadt, von dort aus über Stockheim, Willmars, Helmershausen und Geba zum Gebaberg.
Der Rückweg führte mich über Geba, Helmershausen und Meinigen zur Auffahrt Meiningen-Süd zurück zur A 71 in Richtung Schweinfurt.

Sternenpark Hohe Geba

Die Holzstangen an den hexagonalen Betonplattformen dienen wohl zum einhängen von einem Windschutz.

Sternenpark Hohe Geba
  Rings um die Plattformen bieten die umliegenden Wiesen weitere Möglichkeiten, um Teleskope aufzustellen, falls die Plattformen schon belegt sind.

Wie die astronomischen Bedingungen auf dem Gebaberg sind, werde ich nach den weißen Nächten in Erfahrung bringen.
Neben der Lichtverschmutzung und der Transparenz interessiert mich die Stärke vom Wind auf der Hohen Geba.

Ob sich allerdings für mich eine lange Anfahrt für eine Beobachtungsnacht rechnet, das werde ich mir noch sehr überlegen müssen.
Besser wäre es, ein paar Tage oben zu bleiben, was aber nur mit Übernachtungen möglich ist. Bei mehreren Nächten ist aber eine nur um 1½ Stunden längere Anfahrt zur Bielerhöhe auch eine Option...


Die Koordinaten vom Beobachtungsplatz:

Hohe Geba im Sternenpark Rhön bei der Position 50° 35′ 18,8″ Nord, 10° 16′ 14,1″ Ost (50.588560, 10.270586).
Der Platz liegt auf einer Höhe von 740 Metern über Normal Null.



 Juni

 
Die Pottensteiner Himmelsleiter.


Weder hat die Himmelsleiter etwas mit der Astronomie zu tun, auch können auf der Himmelsleiter keine Teleskope aufgestellt werden...
...und doch bringt sie ihrem Namen nach den Himmel ein Stück näher.


Pottensteiner Himmelsleiter
  Bei der Pottensteiner Himmelsleiter handelt sich um einem Sendemast, um den eine Leiter und eine Aussichtsplattform gebaut wurde.

Nachdem 150 Stufen erklommen sind, gibt es von der Aussichtsplattform, die 25,5 Meter hoch angebracht ist, eine wunderbare Aussicht in die Umgebung.

Schwindelfrei sollte man hier schon sein, denn die Lichtgitteroste gewähren einen fast unverstellten Blick in Richtung Boden.

Im Winter hat die Himmelsleiter geschlossen, es ist deshalb ratsam, sich vorher zu erkundigen, ob sie geöffnet ist.

Die Himmelsleiter steht auf dem Panoramaweg zwischen der Burg Pottenstein und Elbersberg (siehe Karte).

Da aber die Himmelsleiter etwas wenig für einen Besuch darstellt, habe ich diese in eine kurze Wanderung von der Kapelle Elbersberg zur Pottensteiner Burg mit eingebunden.
Auf meiner Seite habe ich diese Wanderung beschrieben:

 Die Pottensteiner Himmelsleiter 
 ...und eine Wanderung zur Burg in Pottenstein.