Amateurastronomie und
Himmelsbeobachtung



Himmlisches und Irdisches.

Logbuch von Natur- und Himmelsbeobachtungen vom 1. Quartal 2020.
Januar bis März 2020.


Am ersten Tag vom neuen Jahr konnte ich bei guten Bedingungen mit der Beobachtung der Sonne beginnen. Sogar zwei kleine Flecken waren auf der Sonne zu sehen.
Am ersten Abend vom Jahr 2020 konnte ich mit meinem Cassegrain den Mond beobachten. Ein weiterer Abend mit der Beobachtung vom Mond ergab sich am 6. Januar.

Am 10. Januar wurde der Mond vom Halbschatten der Erde verfinstert. Diese Finsternis konnte ich durch Wolkenlücken sehen.


 Januar


Sonnenbeobachtung am 1. Januar in Burggrafenhof, von 1045 bis 1115 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Wolkenfreier aber nebliger Himmel.
Scharfes Sonnenbild. Ruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Aktive Region / Anzahl der Flecken:

•  Aktive Region 12755 /   2
Direkt am Süd-Ostrand steht eine sehr kleine Gruppe. In dieser sehe ich zwei kleine Flecken. Die Gruppe steht in einer hellen Fackel.

Die Granulation kann ich gut sehen.
H- alpha:

Die AR 12755 ist deutlich nahe am Sonnenrand sichtbar. An ihrer Stelle steht eine helle chromosphärische Fackel. Die restliche Chromosphäre ist sehr ruhig.
Am Sonnenrand kann ich keine Protuberanzen sehen.

Die Spikulen sehe ich deutlich.

Sonnenbeobachtung 842.
H- alpha Beobachtung 346.



 
Mond und Planeten am 1. Januar.


Teleskop
Der erste Abend im Jahr 2020 versprach frei von Wolken zu werden. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen, um mit meinem 10" Cassegrain den Mond zu beobachten.

Himmel und Bedingungen:
Der Himmel an meinem Platz in Mittelfranken war frei von Wolken und war sehr transparent. Leider war die Luft sehr feucht, was dazu führte das sich die Feuchtigkeit als Eisschicht auf den Teleskopen absetzte.

Ich beobachtete am diesem Abend vor allem den Mond und die Planeten Venus und Neptun. Auch an Uranus versuchte ich mich, dabei verfuhr ich mich aber komplett am Himmel, ohne diesen zu finden. Wahrscheinlich brachte ich beim erstellen meiner Aufsuchkarte einen groben Fehler hinein.

Der helle Punkt im Bild mit dem Teleskop ist der Planet Venus.



Himmel

Der Westhorizont nach Sonnenuntergang.


Mond
Mein erstes Objekt war die Venus, die ich bei einer Vergrößerung von 102x beobachtete.
Venus konnte ich als ¾ Venus sehen. Sie stand aber sehr unruhig im Okular.

Sehr ausgiebig beobachtete ich den Mond. Bei einer Vergrößerung von 218x musste ich noch einen Neutralfilter ND 0.9 in das Okular schrauben, da mich das Bild doch sehr blendete.
Belohnt wurde ich durch unzählige Krater und kleinen Strukturen. Die Doppelspitze vom Schatten vom Krater "Bessel" fällt sehr auf.
Auf der unbeleuchteten Seite vom Terminator sind viele kleine Bergspitzen isoliert beleuchtet.

Neptun beobachtete ich anschließend bei einer Vergrößerung von 218x.
Neptun konnte ich als deutliches bläuliches Scheibchen sehen.
Im 80mm Refraktor konnte ich Neptun ebenfalls sehen.

Nachdem nach ein paar Stunden sich überall die Luftfeuchte als Eis auf den Teleskopen abgesetzt hat, beendete ich diesen Beobachtungsabend.

      Teleskop

Das Bild vom Mond entstand am Cassegrain mit einer Panasonic LUMIX DMC G70. 1/200 Sekunde belichtet bei ISO 2000.





Sonnenbeobachtung am 3. Januar in Burggrafenhof, von 1235 bis 1245 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Bewölkter Himmel. Vor der Sonne ziehen Wolken vorbei
Flaues Sonnenbild. Ruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.


Weißlicht:

Auf der Sonne sind keine Flecken.

Die Granulation kann ich nicht sehen.

Sonnenbeobachtung 843.




Sonnenbeobachtung am 6. Januar in Burggrafenhof, von 1230 bis 1250 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Nahezu wolkenfreier und blauer Himmel.
Ruhiges und scharfes Sonnenbild, nahezu ruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Auf der Sonne sind keine Flecken.

Die Granulation kann ich gut sehen.
H- alpha:

Bis auf ein deutlich sichtbares Filament ist die Chromosphäre sehr ruhig.
Am Sonnenrand stehen kleine Protuberanzen.

Die Spikulen sehe ich deutlich.

Sonnenbeobachtung 844.
H- alpha Beobachtung 347.



 
Mond und Planeten am 6. Januar.


Teleskop
Nach dem Abend am Neujahrstag konnte ich einen weiteren Abend nutzen um mit meinem 10" Cassegrain den Mond und die Planeten zu beobachten.

Himmel und Bedingungen:
Der Himmel an meinem Standort in Mittelfranken war wieder frei von Wolken. Es setzte sich aber wieder viel Feuchtigkeit auf den Teleskopen ab.


Himmel

Der Westhorizont nach Sonnenuntergang.


Mein erstes Objekt war die Venus. An der Venus interessierte mich, ob ich sie zusammen mit einem nahen schwachen Stern abbilden kann, als Test für die enge Begegnung mit Neptun am 27. Januar 2020.
Der schwache Stern rechts neben der Venus hat eine Helligkeit von 9m0, es sollte mit dem helleren Uranus funktionieren.


Venus

Venus mit schwachen Sternen. 80/400mm Refraktor.


Mond
Als nächstes suchte ich noch Uranus auf, den ich im Okular gut erkennen konnte.

Ausgiebig beobachtete ich wieder den Mond. Bei einer Vergrößerung von 102x schraubte ich einen Neutralfilter ND 1.8 in das Okular um nicht geblendet zu werden.
Bei einer Vergrößerung von 346x und einen ND 0.9 Neutralfilter waren die kleinen Strukturen und Rillen im Krater "Gassendi" gut zu sehen. Die Luft war sehr ruhig, was ein gutes Bild im Okular ergab.

Da ich am nächsten Tag sehr früh wieder in die Firma musste, beendete ich um 19 Uhr diesen Abend.



 
Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar.


Halbschatten
In den Abendstunden vom 10. Januar tauchte der Mond in den Halbschatten der Erde ein. Um 2010 Uhr MEZ erreichte der Mond seine tiefste Position im Halbschatten, er tauchte zu 92% in den Halbschatten ein.

Noch vor einer halben Stunde vor der tiefsten Position im Halbschatten war der Himmel bei mir noch komplett bewölkt und es regnete. Es sah nicht danach aus, diese Finsternis sehen zu können. Rechtzeitig lockerten die Wolken auf, und ich konnte diese Finsternis durch Wolkenlücken sehen.
Visuell fiel mir die verdunkelte Stelle am Mond auf, auch fotografisch konnte ich sie erfassen. Die Verdunkelung durch den Halbschatten der Erde zieht sich bis zum Krater Tycho.

Mein Bild habe ich um 2009 Uhr MEZ aufgenommen. Meine Kamera war eine Panasonic LUMIX DMC FZ150 mit 1,7x Telekonverter.
Die Belichtungszeit betrug 1/800 Sekunde bei einer Blende von 5,2 bei ISO 400 und einer Brennweite von 104mm.


Halbschatten-Finsternis

Der Mond im Halbschatten der Erde.




Sonnenbeobachtung am 12. Januar in Burggrafenhof, von 1015 bis 1030 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Blassblauer, mit dünnen Wolken überzogener Himmel. Vor der Sonne sind zum Teil dünne Wolken.
Ruhiges Sonnenbild, leicht unruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Auf der Sonne sind keine Flecken.

Die Granulation kann ich sehen.
H- alpha:

Die Chromosphäre ist sehr ruhig.
Am Sonnenrand stehen keine Protuberanzen.

Die Spikulen kann ich gut sehen.

Sonnenbeobachtung 845.
H- alpha Beobachtung 348.




Sonnenbeobachtung am 24. Januar in Burggrafenhof, von 1300 bis 1320 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Dunstiger und wolkiger Himmel. Vor der Sonne sind dünne Wolken.
Leicht unruhiges Sonnenbild. Unruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Aktive Region / Anzahl der Flecken:

•  Aktive Region 12757 /   2
Eine kleine bipolare Gruppe steht auf der Ostseite der Sonnenscheibe. Die Gruppe besteht aus einem vorausgehenden dunkleren und deutlichen Fleck und einen nachfolgenden kleinen Fleck.

Die Granulation kann ich sehen.
H- alpha:

Die AR 12757 ist nur schwach ausgeprägt. Die restliche Chromosphäre ist sehr ruhig.
Am Sonnenrand kann ich keine Protuberanzen sehen.

Die Spikulen kann ich sehen. Sie sind durch die unruhige Luft sehr unruhig.

Sonnenbeobachtung 846.
H- alpha Beobachtung 349.



 
Der Sonnenuntergang vom 24. Januar.
Venus bei λ Aquarii.


Sonnenuntergang
Die Sonne ging an diesem Abend sehr farbig in einer Horizontnahen Nebelschicht unter.

Das Bild links habe ich um 1645 Uhr MEZ aufgenommen.
Meine Kamera war eine Panasonic LUMIX DMC G70, ausgestattet mit einem ND 1.8 Neutralfilter am Maksutov Cassegrain.
Ich habe 1/125 Sekunde bei ISO 1600 belichtet.

Das untere Bild entstand fast zeitgleich um 1645 Uhr MEZ.
Die Kamera für dieses Bild war eine Panasonic LUMIX DMC FZ 150 mit einem ND 0.6 Neutralfilter. Die Belichtungszeit war 1/400 Sekunde bei ISO 100 und einer Brennweite von 78mm.



Sonnenuntergang

Sonnenuntergang.


Venus bei λ Aquarii
Am diesem Abend stand die Venus 1° 35' von λ Aquarii entfernt.

Das Bild dieser Begegnung habe ich um 1749 Uhr MEZ aufgenommen. Meine Kamera war eine Panasonic LUMIX DMC G70 am 80mm Refraktor.
Ich habe 1/1,3 Sekunde bei ISO 1600 belichtet.
Selbst durch die geringe Belichtungszeit zeigen sich schon kurze Strichspuren in der nicht nachgeführten Aufnahme.



Venus bei λ Aquarii




Sonnenbeobachtung am 26. Januar in Burggrafenhof, von 1130 bis 1145 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Bewölkter Himmel. Vor der Sonne sind Wolken.
Das Sonnenbild ist scharf, der Sonnenrand leicht unruhig.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Aktive Region / Anzahl der Flecken:

•  Aktive Region 12757 /   12
Bipolare Gruppe mit deutlichen Flecken. Die vorangehenden Flecken haben eine Penumbra. Zwischen den Flecken sind noch kleine Flecken.

Die Granulation kann ich erahnen.
H- alpha:

Keine Beobachtung.

Sonnenbeobachtung 847.




Sonnenbeobachtung am 27. Januar in Burggrafenhof, von 1000 bis 1030 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Wolkiger Himmel. Vor der Sonne ziehen teilweise Wolken durch.
Teils unscharfes, in ruhigen Momenten scharfes Sonnenbild. Unruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Aktive Region / Anzahl der Flecken:

•  Aktive Region 12757 /   4
Bipolare Gruppe. Ein vorangehender größerer Fleck mit vollständig umschließender Penumbra. Nachfolgende kleine Flecken.

Die Granulation kann ich in ruhigen Momenten sehen.
H- alpha:

Die Aktive Region 12757 fällt gut auf. Sie steht in einer großen und hellen chromosphärischen Fackel. Die Umbra vom großen Fleck kann ich sehen.
Protuberanzen kann ich nicht sehen.

Die Spikulen sind undeutlich.

Sonnenbeobachtung 848.
H- alpha Beobachtung 350.




Sonnenbeobachtung am 28. Januar in Burggrafenhof, von 1200 bis 1220 Uhr MEZ.

Himmel und Bedingungen:
Wolkiger Himmel mit Wolkenlücken.
Teilweise scharfes Sonnenbild. Unruhiger bis ruhiger Sonnenrand.

Weißlichtbeobachtung mit einem Maksutov Cassegrain, ∅ 110mm, ƒ 9,4 und einem Folienfilter ND 5.0, ∅ 100mm, Vergrößerung 104x.
H-α Beobachtung mit einem Coronado PST, Vergrößerung 60x.


Weißlicht:

Aktive Region / Anzahl der Flecken:

•  Aktive Region 12757 /   4
Unipolare Gruppe. Ein deutlicher Fleck mit Penumbra und wenige kleine Flecken nahe am großen Fleck.

Die Granulation kann ich erahnen.
H- alpha:

Die Aktive Region 12757 kann ich deutlich sehen. Die Umbra vom großen Fleck hebt sich gut vor der chromosphärischen Fackel ab.
Am Sonnenrand stehen vereinzelte kleine Protuberanzen.

Die Spikulen kann ich sehen.

Sonnenbeobachtung 849.
H- alpha Beobachtung 351.


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