Amateurastronomie und
Himmelsbeobachtung



Himmlisches und Irdisches.

Logbuch von Natur- und Himmelsbeobachtungen vom 4. Quartal 2015.
Oktober bis Dezember 2015.


Das vierte Quartal startete ich wieder mit der Beobachtung der Sonne.

Bei der Sonnenbeobachtung viel mir das viele Streulicht in der H- α Beobachtung auf.
Unsere Lufthülle war vom Staub durchsetzt, was zu sehr roten Sonnenuntergängen führte. 
Mit Bildern von einem sehr farbintensiven Sonnenuntergang und dem Bericht von einer sehr kurzen Beobachtungsnacht starte ich in das 4. Quartal 2015.

Venus, Mars und Jupiter bildeten standen am Morgenhimmel eng beieinander. Wegen dem stetig bewölkten Himmel konnte ich diese Konstellation erst Ende Oktober beobachten.

Das Grüne Leuchten am Sonnenrand an der Oberseite der Sonne beim Sonnenuntergang konnte ich Anfangs November auf meinem Fotos sehen.
An diesem Tag war der Himmel ungewöhnlich blau, die Sonne konnte ich bis zum Horizont sehen.
Am gleichen Abend beobachtete ich dann noch für ein paar Stunden mit meinem 12" Newton, bis ich wegen aufziehenden Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit abbrechen musste.

Zu einer engen Begegnung zwischen den Mond und den Stern 18 Aquarii kam es am Abend vom 18. November.
Von der Bedeckung von Aldebaran durch den Mond konnte ich nur den Austritt sehen.

Nach langen Warten hatte ich in der Nacht vom 27. Dezember endlich die Gelegenheit, den Komet Catalina zu beobachten.

Google

Google-Doodle, "Wasser auf dem Mars gefunden".


 
Oktober

 
Staub in der Luft und ein farbintensiver Sonnenuntergang.


Eine Korona um die Sonne.

Korona  
Ein Bericht vom 2. Oktober.

Bei der Beobachtung der Sonne in der H- α Linie fiel mir im Okular die starke rötliche Aufhellung des Bildes auf.

Solche Aufhellungen beobachte ich immer, wenn der Himmel nur blassblau erscheint, das Licht wird dann an Wassertröpfchen gestreut, was zu Streulicht und damit zu einem Kontrastverlust bei der Beobachtung führt.

Der Himmel war aber sehr blau, so konnte das Streulicht nicht an Wassertröpfchen, oder an Wasserdampf entstehen.

Seit vielen Tagen hat es hier im Langenzenner Raum in Mittelfranken nicht mehr geregnet. Die Äcker und Felder waren Staubtrocken. Zudem wehte ein beständiger, kalter und trockener Nordost- bis Ostwind der in Böen auch schon mal stärker wehte.

Dieser Wind verfrachtete Staubpartikel in die Atmosphäre.

Um meine Beobachtung am Teleskop erklären zu können, suchte ich mir ein Gebäude, mit einer scharfen Kante, hinter der ich die Sonne abdecken konnte, um eine eventuell vorhandene Korona, die durch Staub hervorgerufen wird, sehen zu können.

Der Turm vom Windkraftwerk war dafür ideal.

Als ich die Sonne hinter dem Turm abdeckte, konnte ich die große und helle Korona um die Sonne herum gut sehen.


Sonne  
Die Sonne wurde an diesem Tag schon einige Zeit vorm Sonnenuntergang deutlich orange- rot, und ging dann auch sehr farbenprächtig unter.


Der Staub, der unter anderem von den umliegenden Feldern aufgewirbelt wurde, sorgte für intensive Dämmerungsfarben.


Staub


Sonne  
Die Sonne ging auch dann sehr rot eingefärbt unter.

Der Horizont über dem Sonnenuntergangspunkt leuchtete in intensiven rot- orange Farbtönen auf.


Nach Sonnenuntergang konnte ich noch einem deutlichen rötlichen Hof oberhalb vom Horizont erkennen.


Sonne


Alle Bilder entstanden mit einer Panasonic LUMIX DMC FZ-150 Bridgekamera.

Die Bilder habe ich alle auf Stativ aufgenommen. Ausgelöst habe ich mit einem Drahtauslöser.
Zum Teil wurden die Bilder mit einem 1,7x Telekonverter aufgenommen.
Um das Sonnenlicht zu dämpfen kamen ein ND 3.0 oder ein ND 0.6 Neutralfilter zum Einsatz.


Sonne



 
Ein kurzer Beobachtungsabend am 2. Oktober.


Nachdem die Sonne sehr farbig untergegangen war (siehe den vorhergehenden Bericht), lösten sich auch die Wolken auf.
Ausgehend vom Sonnenuntergangspunkt stieg keilförmig ein gut sichtbarer Erdschattenbogen mit den darüberliegenden Venusgürtel auf.


Erdschattenbogen


An meinem Beobachtungsplatz in Dürrnfarrnbach hatte ich zwar einen wolkenfreien, aber sehr aufgehellten Himmel, der nur eine durchschnittliche Transparenz hatte.

An diesem Abend beobachtete ich wieder mit meinem 12" Spiegelteleskop.


Abenddämmerung

Die Abenddämmerung am Westhorizont.


Insgesamt habe ich nur zwei Objekte beobachtet, die ich hier beschreibe:




Statistik (nur Deep Sky): 2.118 Beobachtungen, 1.375 Objekte.


Vor 22 Uhr, noch weit vor Mondaufgang, brach die Transparenz des Himmels derart ein, das ein beobachten von Nebeln und Sternhaufen keinen Sinn mehr machte.

Am Himmel waren nur noch die hellsten Sterne zu sehen, der Hintergrund hatte sich sehr aufgehellt.


Teleskop

Alle Bilder wurden mit einer Panasonic LUMIX DMC FZ-150 Bridgekamera aufgenommen.



 
Türen auf für die Maus.


Türöffnertag  
Am 3. Oktober war wieder der Türöffnertag von der Sendung mit der Maus.
An diesem Tag öffnen die verschiedensten Einrichtungen, Institute und Museen, aber auch viele Firmen und soziale Einrichtungen ihre Türen speziell für Kinder.

Auch die Sternwarte in Nürnberg beteiligte sich am bundesweiten Türöffnertag. Wir hatten insgesamt drei Gruppen mit je 40 bis 45 Personen.

Den Kindern und ihren Eltern erklärten wir das Planetenmodell und ermöglichten ihnen die Sonne im Weißlicht und in der H- α Linie zu beobachten.

Ich selbst machte noch keine Führung.
Das letzte mal habe ich vor rund 15 Jahren aktiv Führungen für Besucher der Sternwarte in Nürnberg durchgeführt.
Es kamen dann leider die Dreierschicht, Frau und Kinder (die Frau ist wieder weg...) dazwischen, was mich dazu veranlasste, mit den Führungen aufzuhören.

Diese, und die vergangenen Führungen, die ich dieses Jahr schon mitgemacht habe, waren für mich ein hineinfinden, um wieder selbst Führungen durchführen zu können.
Am Tag der offenen Tür der Stadt Nürnberg, sollte ich selbst wieder eine Gruppe auf der Sternwarte übernehmen können.


Türöffnertag



 
Venus, Mars und Jupiter am Morgenhimmel.


Planeten  
Am Morgenhimmel vom 27. Oktober konnte ich das Planetentrio auf dem Chip meiner Kamera bannen.

Die drei Planeten standen unübersehbar am Osthimmel im Sternbild Löwe.

Die Bilder entstanden gegen 430 MEZ (GMT +1) mit einer Panasonic LUMIX DMC FZ 150 Bridgekamera in Langenzenn/Mittelfranken.


Planeten  
Auf diesem Bild habe ich die Planeten und Sterne bezeichnet.


Planeten

Venus, Mars und Jupiter am Osthorizont.



 
November

 
Das Grüne Leuchten am Sonnenrand und eine kurze Beobachtungsnacht.


Roter Drache


Grüner Blitz  
Am Sonntag den 1. November 2015 war der Himmel ungewöhnlich blau und völlig frei von Wolken.

Gegen den Mittagsstunden konnte ich ausgiebig mit meinem Schiefspiegler die Sonne beobachten, auf der sich zwei große Fleckengruppen zeigten.

Der Sonnenuntergang am Abend war wieder ein sehr intensives Farbspiel. Die Sonne konnte ich an diesem Abend bis ganz zum Horizont verfolgen, so klar und sauber war die Luft.

Auf meiner Aufnahmeserie, die ich vom Sonnenuntergang anfertigte, entdeckte ich dann auch auf mehreren Bildern das Grünen Leuchten am Sonnenrand, das durch Lichtbrechung durch die Atmosphäre entsteht.
Wenn auch sehr klein, so ist es doch auf mehreren Fotos deutlich zu sehen.


Die Daten zu den Aufnahmen:


Nach Sonnenuntergang war am Osthorizont in der Gegendämmerung der aufsteigende Erdschattenbogen mit dem darüberliegenden Hauptdämmerungsbogen, der auch als purpurner Venusgürtel bezeichnet wird, deutlich zu sehen

Erdschattenbogen

Der aufsteigende Erdschattenbogen und der darüberliegende Venusgürtel.


Die Nacht an meinem Standort an einem mittelfränkischen Windrad war sehr klar. Am Himmel stand keine einzige Wolke.

Leider war die Luft sehr feucht. Schon nach kurzer Zeit setzte sich an meinem Auto eine dicke Tauschicht ab, die zu Reif gefror. Auch der Tubus vom Teleskop überzog sich mit einer dicken Tauschicht.

Noch vor 22 Uhr zog so langsam Nebel auf. Bis dort hin waren an meinem Teleskop schon der Fangspiegel und vom Sucher das Okular dick beschlagen, so das ein weiterbeobachten keinen Sinn mehr machte.

Das Teleskop für diese Nacht war mein 12" Spiegelteleskop.

Nachthimmel

Die Abenddämmerung am Westhorizont.


Insgesamt habe ich nur zwei Objekte beobachtet, die ich hier beschreibe:




Palomar 12



Statistik (nur Deep Sky): 2.121 Beobachtungen, 1.376 Objekte.


Tau  
Noch vor 22 Uhr zog Nebel auf. Die Luftfeuchtigkeit setzte sich überall am Teleskop ab, so das ein weiterbeobachten keinen Sinn mehr machte.


SQM-L

Die Messwerte der Himmelshelligkeit für diese Nacht (SQM-L).


Weiterführende Informationen:

Beobachten mit dem Blaze-Gitter Spektroskop "Star Analyser 100".
Die Messung der Himmelsqualität mit dem Sky Quality Meter- L (SQM-L).
Der Grüne Blitz - Wikipedia.



 
Der Mond zieht am Stern 18 Aquarii vorbei.


Zu einer engen Begegnung zwischen den Mond und den Stern 18 Aquarii kam es am Abend vom 18. November 2015.

An meinem Standort bei Langenzenn in Mittelfranken zog der der Mond in einem Abstand von nur rund 2′ an dem Stern vorbei.
Die Begegnung zwischen den Mond und den Stern fand am Südrand vom Mond statt.

Um den Stern gleichzeitig mit dem Mond auf das Bild zu bringen, musste ich den Mond sehr überbelichten.
Der Stern ist der kleine Punkt an der Schattengrenze vom Mond.


Mond - 18 Aquarii


Die Daten der Aufnahme:


 
Der Mond einen Tag nach Vollmond.


Aufgenommen am 26. November 2015, südlich von Langenzenn in Mittelfranken.


Mond


Die Daten der Aufnahme:


 
Der Mond bedeckt den Stern α Tau Aldebaran.


In den Abendstunden vom 23. Dezember 2015 bedeckte der Mond den Stern Aldebaran im Sternbild Stier.

Der Eintritt der Bedeckung für Langenzenn in Mittelfranken war um 1912, der Austritt um 2019 Uhr MEZ.


Mond - Aldebaran


Mond - Aldebaran  
Den Beginn der Bedeckung konnte ich wegen Wolken nicht sehen, das Ende der Bedeckung konnte ich fotografieren.
Das Bild entstand mit einer Panasonic LUMIX DMC-FZ 150.

Nach dem Ende der Bedeckung zeigte sich noch eine farbige Aureole um den Mond.


Aureole



 
Komet C/2013 US10 (Catalina).


Nachthimmel  
Nach langer Zeit hatte ich in der Nacht vom 27. Dezember 2015 endlich die Gelegenheit, den Kometen Catalina zu beobachten.

Nachdem der Abendhimmel vom 26. Dezember ganz gut aussah, habe ich mein Teleskop ins Auto geladen und mir den Wecker auf 315 Uhr gestellt, damit ich den Komet in der zweiten Nachthälfte beobachten konnte.
Da der Komet erst um 1 Uhr aufging, lohnte sich ein früheres herausfahren zu Beobachtungsplatz nicht.

Auf der Fahrt zu meinem nahe gelegenen Beobachtungsplatz sah ich schon den aufsteigenden Nebel, deshalb entschloss ich mich, zu einem anderen, etwas höher gelegenen Platz zu fahren.

Durch das Licht vom noch fast vollem Mond war der Himmel sehr aufgehellt.
Durchziehende Wolkenfelder und ein sehr dunstiger Himmel verschlechterten die Bedingungen zur Beobachtung von diesem Kometen noch weiter.

Nach kurzer Suche hatte ich den Kometen dann auch schon im Okular.


Catalina  
Den Komet habe ich mit meinem 12"/ƒ4 Newton bei einer Vergrößerung von 86x beobachtet.

Im Okular war der Komet sehr schwach, aber noch gut zu sehen.
Durch den aufgehellten Himmel hatte er nur einen geringen Kontrast zum Himmelshintergrund.

Blickweise kann ich in der Koma einen mittelhellen, sternförmigen Kern sehen. Die Koma um den Kern ist leicht oval und noch gut sichtbar.

In nördlicher Richtung kann ich einen langen, dünnen Schweif sehen, der nach Westen gebogen ist.
Auf der West- Südwestseite meine ich einen kurzen, aber breiten Schweif sehen zu können.
Anschließend beobachtet ich noch Jupiter bei einer Vergrößerung von 255x.

Auf dem Jupiterscheibchen konnte ich unzählige Strukturen erkennen. Der Große Rote Fleck stach als ein deutliches, in einem intensiven orange eingefärbten Oval, vom Jupiterscheibchen heraus.

Auf Mars, den ich anschließend noch beobachtete, konnte ich nicht viel erkennen. Durch die Luftunruhe ist das sehr kleine Marsscheibchen heftig in Bewegung.
Nur die Polhaube war deutlich heller, fast schon weiß.


Drei Planeten am Nachthimmel.


Jupiter, Mars und Venus  
Jupiter, Mars und die Venus bildeten eine Planetenkette am Nachthimmel.


Jupiter, Mars und Venus