Die Hauptburg der Nürnberger Kaiserburg

Inneres Burgtor  
Durch die Backsteinmauer, die den Vorhof vom Inneren Burghof trennt, führt das Innere Burgtor.

Es ist ein Spätrenaissanceportal, das 1949 teilweise erneuert wurde.

Gerahmt wird das Burgtor von Rustikaquadern.
Auf dem Torblatt ist der doppelte Adler aufgemalt.


Das linke Wappen über dem Tor ist das jüngere Stadtwappen der Stadt Nürnberg, der sogenannten Jungfrauenadler, das Wappen in der Mitte zeigt den doppelköpfigen Reichsadler, das rechte Wappen ist das Nürnberger Wappen mit dem halben Adler.

Wappen


Inneres Burgtor

Das verzierte Schloss vom Burgtor.


hl. Petrus  
An der Quadermauer zwischen dem Inneren Burgtor und der Kaiserkapelle ist die spätgotische Statue des hl. Petrus auf einer romanischen Konsole zu sehen.

Die Jahreszahl auf der Statue ist 1487.


Über den inneren Burgtor befindet sich das Architektenstübchen, ein Fachwerkbau mit Glockentürmchen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Quadermauer zwischen den inneren Burgtor und der Kaiserkapelle war die östliche Mauer des ehemaligen Palas aus der Stauferzeit, der zwei Geschosse hatte.
In dieser Mauer sind zwei spätromanische Rundbogenfenster.


Architektenstübchen


Der innere Burghof wird auf der Nord- und der Ostseite von zwei Mauern mit Wehrgängen begrenzt. In der östlichen Mauer ist das innere Burgtor.

Die gesamte Südseite nimmt der Palas ein, auf der Westseite ist der Kemenatenbau.
In der Mitte des Burghofs steht die Kunigundenlinde.


Burghof

Der Palas auf der linken Bildhälfte, auf der rechten Bildhälfte der Kemenatenbau.

Burghof

Überdachte Wehrgänge auf der Nord- und Ostseite.


Die Namensgeberin für die Kunigundenlinde ist die Gemahlin des Kaiser Heinrich II., Kunigunde von Luxenburg (um 980 bis 1033).

Kunigundenlinde  
Die erste schriftliche Quelle über die Existenz dieses Baumes datiert auf das Jahr 1455.

Auf dem Pfosten der damaligen Sandsteineinfassung standen vier fackeltragende Herolde, diese die vier bayerischen Provinzen, Bayern, Franken, Schwaben und Pfalz symbolisierten.
Diese aus Gips gefertigten Figuren hatten aber keine lange Existenz.

1893 wurde bei Kanalbauarbeiten die Wurzeln der alten Linde stark beschädigt, das diese, nach dem sie 1903 ein Stützgerüst aus Eisen bekommen hatte, 1928 gefällt werden musste.

Der heutige Baum wurde im Jahr 1984 gepflanzt.


Der Palas wurde mehrfach umgebaut.

Kaiser Friedrich III. von Habsburg ließ den spätgotischen Kernbau mit vorhandenen romanischen Bauteilen errichten. Von dem vorausgegangen staufischen Palas ist nur die Ostmauer an der Kaiserkapelle erhalten.

Im letzten Krieg sind große Teile des Palas zerstört worden.


Palas


Der große Rittersaal ist zweischiffig unterteilt.
Auf dem Unterzug der Decke ruhen 30 Querzüge die von fünf Eichensäulen getragen werden.
Der Rittersaal kann auch für Veranstaltungen angemietet werden.


Rittersaal


Rittersaal  
Der Rittersaal war auch ein Gerichtssaal auf der Kaiserburg.

Im Jahr 1471, als Kaiser Friedrich III Nürnberg besuchte wurde im Kaisersaal das "Hofgericht" eingerichtet.


Rittersaal  
Zwischen zwei Säulen und den Fenstern begrenzten drei Bänke und eine Schranke mit Schlagbaum den Bereich des Gerichts.

Für den Gerichtsschreiber gab es einen Schrank und einen Tisch.

Der restliche Saal blieb aus Rücksicht zum Gericht frei.


Treppe im Rittersaal

Die Treppe, die vom Rittersaal in den Kaisersaal führt.


Tür zur Kaiserkapelle

An der Ostseite vom Rittersaal ist das reich verzierte Portal zur Kaiserkapelle


Auf dem Scheitel des Portals ist Christus als Weltenrichter abgebildet.
Auf den linken Gemälde am Portal ist Friedrich III. als Kaiser abgebildet, auf der rechten Seite ist sein Sohn Maximilian (I.) als römischer König zu sehen. Maximilian ist auch der Nachfolger von Friedrich III.
Beide sind in Anbetung vom dem "Weltenrichter" zu sehen.
Oberhalb von Friedrich III. ist Maria abgebildet, oberhalb von Maximilian I. ist Johannes abgebildet.

Das Türblatt war mit der Abbildung "Salvator Mundi" bemalt.
"Salvator Mundi" ist ein Ehrentitel von Jesu Christi und bedeutet "Erlöser der Welt".


Kaisersaal  
Im Kaisersaal sowie in den weiteren Zimmern ist das Burgmuseum eingerichtet.




Kaisersaal  
Die Leistendecke vom Kaisersaal ist in den alten Reichsfarben Schwarz und Gelb gehalten.


Kaisersaal  
Großer Kachelofen (Prunkofen) im Kaisersaal.

Auf dem Ofen sind Tugenddarstellungen: Glaube, Liebe, Hoffnung, Stärke, Weisheit und Gerechtigkeit.

Nürnberg(?) um 1675.


Empfangszimmer


Empfangszimmer  
Die Wappendecke (oberes Bild) im Empfangszimmer des Kaisers wurde 1945 zerstört und 1948 in veränderter Form erneuert.

Die Decke stammt wahrscheinlich von Dürer Schüler Sprininklee und entstand um 1520.

Von der ursprünglichen Ausstattung ist die blau-rot gefasste Wandvertäfelung aus der Zeit Kaiser Friedrichs III. erhalten.


Kaiserofen  
Der Kachelofen im Empfangszimmer, der sogenannte "Kaiserofen".

Am Aufsatz sind Bildnisse von Kaiser Maximilians II. und Leopolds I.

Am Feuerkasten sind Allegorien der freien Künste.

Nach dem zweiten Weltkrieg bildeten wenige übriggebliebene Kacheln die Grundlage für eine Rekonstruktion im Jahr 1950.

Das Original gilt als eine Arbeit von Georg III Vest, Nürnberg, 17. Jahrhundert.


Wohnzimmer


Adlerdecke  
Das Wohnzimmer des Kaisers.

An der Nord- und Ostwand ist eine Holzvertäfelung mit grün in grün gehaltenen Renaissancegrotesken.
Wahrscheinlich schuf der Dürerschüler Springinklee im Jahr 1520 diese Holzvertäfelung.

Die Adlerdecke stammt wohl aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Die Decke sollte eigentlich einen schwarzen Adler auf goldenen Grund zeigen,

Dem Kaiser Maximilian I., den dieses aufgefallen war, konnte dieses bereits im Jahr 1520 nicht mehr erklärt werden.


Vasenofen  
Kachelofen, sogenannter "Vasenofen".

Der Ofen wurde unter Verwendung unzerstörter Kacheln rekonstruiert.


Wohnzimmer  
Das Wandgemälde an der Westwand wird als "Abdankung Karls V." bezeichnet.
Das Wandgemälde mit Kaiser Karl V. und seinen Bruder Ferdinand I. wurde 1944/45 schwer beschädigt.

Ursprünglich waren an der Ecke der Außenwand zwei Musikanten, am großen Teil vom Wandbild ein Reichsherold und rechts daneben Kaiser Karl V. zu sehen.
Rechts neben Kaiser Karl V. waren Ferdinand I. und Maximilian II. abgebildet.



Wohnzimmer


Wohnzimmer


Insigniengang  
Die Vertäfelung vom Insigniengang
wurde nach dem Brand von 1945 erneuert.


Der erste Bau der Kemenate entstand 1220 zusammen mit dem Palas. Die Kemenate wurde unter Kaiser Friedrich III. abgetragen und durch einen viergeschossigen Backsteinbau ersetzt.

Im letzten Krieg wurde der Kemenatenbau fast vollständig zerstört und wurde von 1968 bis 1971 als eine genaue Rekonstruktion wiederaufgebaut.

In der Kemenate ist das Kaiserburg-Museum des Germanischen Nationalmuseums untergebracht.


Kemenate


Durch diese unscheinbare Tür, in der Ecke zwischen dem Palas und der Kemenate, geht es in das Hochzeitszimmer.
Hochzeitszimmer  
Dieser Raum kann angemietet werden.

Informationen dazu gibt es auf der Seite der  Bayerischen Schlösserverwaltung. 


Hochzeitszimmer


Zurück über den Vorhof, durch das Tor unter dem Heimlichen Wächtergang hindurch gelangen wir auf die Freiung und den Bereich der ehemaligen Burggrafenburg.


Vorhof


©  , Gerd Kohler, Burggrafenhof.