Die Vorburg der Nürnberger Kaiserburg


 
Ausgehend vom Burgfelsen vor der Walburgiskapelle geht es in einem steilen Anstieg in Richtung Vorburg.
Dieser Anstieg führt zunächst zur Hasenburg mit den Himmelstor, die links im Bild zu sehen sind.


Die Nürnberger Kaiserburg


Hasenburg und Himmelstor  
Das Gebäude am Eingang zur Kaiserburg ist die "Hasenburg".

Diese Burg ist nach Sbinko Has von Hasenburg benannt.
In der Hasenburg könnte sich eine von vier Burghuten der Kaiserburg befunden haben.


Das Tor an der Hasenburg ist das Himmelstor.

Dieses Tor wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nachträglich eingebrochen.
Spannungen zwischen der Stadt und den Burggrafen machten einen unmittelbaren Zugang zur Kaiserburg notwendig.

Für den Einzug vom Kaiser Karls V. wurde das Tor 1520 erweitert.


Wappen der freien Reichsstadt Nürnberg

Über dem Himmelstor ist das Wappen der freien Reichsstadt Nürnberg


Himmelsstallung  
Unmittelbar an die Hasenburg und das Himmelstor schließt sich die Himmelsstallung an.

Dieser Fachwerkbau aus dem Mittelalter war wahrscheinlich eine Stallung und das Wirtschaftsgebäude der Burg.

1946 wurde dieser Fachwerkbau erneuert.


Himmelsstallung

Die Hasenburg und die Himmelsstallung von Süden aus gesehen. Dahinter ragt der Sinwellturm auf.


Aufstieg zum Vorhof  
Über einen steilen Anstieg geht es vom Himmelstor aus an der Himmelsstallung vorbei in den äußeren Burghof.


Margarethenbrunnen  
Beim Aufstieg zum Vorhof kommt man an dem Margarethenbrunnen vorbei.
Dieser befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite von der Himmelsstallung.

Zusammen mit dem Tiefen Brunnen und einen Ziehbrunnen vor dem Fünfeckturm, der heute aber abgedeckt ist, bildete die Margarethenquelle, die nur einen geringen Wasserlauf hat, die Wasserversorgung der Burganlage.

Dieser Brunnen könnte der älteste Brunnen der Kaiserburg sein.


Margarethenbrunnen

Die Brunnenkammer vom Margarethenbrunnen.


Maria Sibylla Merian  
An der Himmelsstallung schließt mit dem Maria Sibylla Merian Garten ein kleiner, aber sehr schöner Garten an.

Zu Ehren der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian (*2. April 1467, ✝13. Januar 1717 - Bildquelle Wikipedia) wurde im Juli 2013 ein kleiner, nur 170m² großer Garten eröffnet.

Maria Sibylla Merian lebte für 14 Jahre in Nürnberg. Da ihr Wohnhaus in unmittelbarer Nähe zur Burg lag, konnte sie diesen kleinen Garten für ihre Blumen- und Insektenstudien nutzen.

Aufgrund von Veränderungen und Zerstörungen wurde dieser Garten im Jahr 2013 neu gestaltet.

Dieser Garten ist nur am Sonntag und Montag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.
Aufgrund seiner Empfindlichkeit ist er nur eingeschränkt zugänglich.


Hinter dieser Mauer, zwischen der Himmelsstallung und dem Heidenturm, liegt der Maria Sibylla Merian-Garten.


Maria Sibylla Merian-Garten


Maria Sibylla Merian-Garten  
Dieser Garten ist ein sehr gepflegtes Kleinod innerhalb der alten Burgmauern.

Es sind hier viele bekannte und exotischen Pflanzen vorhanden. Auch ein kleines Wasserbecken mit Wasserlilien und ein Insektenhotel gibt es hier.

Die Bänke laden zum ausruhen ein - nur Ruhe findet man hier nur selten, dazu wird der Garten zu sehr frequentiert.


Meine Bilder können nur einen kleinen Eindruck vom Maria Sibylla Merian-Garten bieten. Ansehen und auf sich wirken lassen, das sollte man selbst tun.

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Maria Sibylla Merian-Garten


Maria Sibylla Merian-Garten  
Dieser Garten kann im Rahmen des Projektes "Heiraten auf der Burg" für Hochzeitsempfänge gebucht werden.

Im Bild rechts ist das Gartenhaus vom Maria Sibylla Merian-Garten zu sehen.


Wohnhaus von Maria Sibylla Merian  
In diesem Haus in der Bergstraße 10 lebte Maria Sibylla Merian 11 Jahre.

Wohnhaus von Maria Sibylla Merian

Ein Schild an der Hausmauer weist auf das Wohnhaus von Maria Sibylla Merian hin.


In der Mitte des Vorhofs der Vorburg ist das Brunnenhaus vom Tiefen Brunnen zusammen mit dem Badehaus.

Der Anbau, rechts neben den Brunnenhaus entstand 1564, und wurde als Badestube und "Abziehstüblein" (Ankleideraum) verwendet.

Die ältesten Nachrichten über den Tiefen Brunnen stammen aus dem 14. Jahrhundert, doch mit Sicherheit ist der Tiefe Brunnen so alt wie die Kaiserburg selbst.


Brunnen- und Badehaus


Brunnenhaus  
Der Unterbau vom Brunnenhaus stammt aus dem Jahr 1563.
Das Fachwerkobergeschoß wurde 1951 erneuert.

Wurde die Burg belagert, so war der Tiefe Brunnen die einzige Wasserquelle.

Bei großen Wasserbedarf wurden noch Wasserfässer von der Stadt durch Fuhrwerke zur Burg gebracht.

Dieser Brunnen wurde in rund zehnjähriger Bauzeit von erfahrenen Brunnenbauern gebaut.
Der Brunnenschacht reicht bis in eine Tiefe von 46,95 Metern. Er hat einen Durchmesser von 1,7 bis 2,2 Meter. Dieser Schacht ist fast vollständig aus dem Fels herausgearbeitet.

Der Brunnenkranz dient nicht nur zum Schutz der Verschmutzung von Brunnen, sondern hatte auch die Funktion der Unfallverhütung:
So wurde er einen Meter hoch gebaut, so das niemand hineinfallen konnte.
Am Schachtgrund des Brunnens befindet sich eine Schutznische, die für die Reinigung des Brunnens gebraucht wurde.

Das Brunnenhaus wurde über den Brunnen gebaut, um diesen zu schützen, und es wurde so unauffällig gebaut, damit der Brunnen von Feinden nicht als Solcher erkannt werden konnte.


Tiefer Brunnen


Für den Tiefen Brunnen werden Führungen angeboten.
Weitere Informationen für Besucher sind auf den Seiten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen hinterlegt.


Nicht zu Übersehen ist der Sinwellturm an der Ostseite vom Vorhof.


Sinwellturm  
Der Sinwellturm ist der einzige mittelalterliche Rundturm von Nürnberg.
Sein Name kommt vom mittelhochdeutschen, sinwell bedeutet rund, rundum.

Der Turm steht auf einem erhöhten Felsen im Vorhof der Vorburg.

Urkundlich wird der Turm im Jahr 1313 zum ersten mal erwähnt.

Der Turm hatte bis zum 16. Jahrhundert ein für Nürnberg charakteristisches Spitzhelmdach mit vier Erkern.
Durch Pläne von Hans Löhner wurde der Turm durch Quaderringe erhöht.

Der Sinwellturm war ursprünglich der Bergfried der Kaiserburg.


Sinwellturm    Sinwellturm

Die Treppe vom Sinwellturm.


Sinwellturm  
Oben auf dem Sinwellturm angelangt, wird man mit einem schönen Rundumblick über Nürnberg belohnt.

Ein Klick in das Bild öffnet Impressionen vom Ausblick vom Sinwellturm  →


Sinwellturm  
In der Adventszeit, wenn die Burg abends bis um 18 Uhr geöffnet hat, gibt es schöne Ausblicke auf das nächtliche Nürnberg.

←  Ein Klick in das Bild öffnet Impressionen vom nächtlichen Ausblick vom Sinwellturm


Sinwellturm  
Der ursprüngliche Zugang lag in halber Höhe des Turms.

Im nebenstehenden Bild ist der ursprüngliche Einstieg in den Turm innerhalb des grünen Rechtecks zu sehen.

Der Turm war bis anfangs des 16. Jahrhunderts nur durch einen hölzernen Laufsteg erreichbar.

Auf dem Bild links unten ist der zugemauerte Einstieg an der Turmaußenseite gut zu sehen, auf dem Bild rechts unten ist der Einstieg von der Turminnenseite aus gesehen.


Sinwellturm      Sinwellturm



Sinwellturm

Steinmetzarbeiten an der Innenwand.


Wanderfalke  
Als von 2011 bis 2012 der Heidenturm saniert wurde, musste im oberen Bereich vom Sinwellturm ein Ersatzquartier für die im Heidenturm brütenden Turmfalken geschaffen werden.

Seit 2013 wird dieses Quartier vom gefährdeten und seltenen Wanderfalken angenommen.

Mit der Webcam vom "Lebensraum Burg" kann der Wanderfalke beobachtet werden.


Nördlich am Sinwellturm schließt sich der Finanzstadel an.
Dieses Gebäude wurde 1564 gebaut.

Vorher stand an dieser Stelle der "Kaiserliche Marstall", der 1488 erbaut wurde und 100 Pferde aufnehmen konnte.


Finanzstadel


An der Nordseite vom Vorhof ist das Sekretariatsgebäude.
Dieser Fachwerkbau wurde 1564 errichtet und 1947 teilweise erneuert.

In diesem Gebäude ist die Verwaltung der Burg untergebracht.


Sekretariatsgebäude

Sekretariatsgebäude  
Die Jahreszahl 1564 über dem
Fenster vom Sekretariatsgebäude.


An der Nord- Westseite vom Vorhof, neben den inneren Burgtor ist das Kastellansgebäude.
Der altfränkische Fachwerkbau war im 16. Jahrhundert an Stelle des Kaiserlichen Küchengebäudes errichtet worden.

Das Kastellansgebäute wurde 1945 zerstört und von 1978 bis 1981 wieder aufgebaut.


Kastellansgebäude



Der Heiden- oder Margaretenturm


Heiden- oder Margaretenturm  
Der Heidenturm wurde vermutlich um 1215 zusammen mit der Doppelkapelle gebaut.

Der Turm hatte ursprünglich ein Spitzhelmdach mit Erkern, das jetzt vorhandene Zeltdach geht auf des 1566 zurück.

Das Backsteingeschoß wurde erst in gotischer Zeit gebaut.

Der Ursprung seines Namens kommt vom bevorstehenden Besuch Kaiser Karls V. als "etliche heidnische Bossen ...und Bilder herabgehauen" wurden.

Damit ist die dekorative Bauplastik gemeint, die angeblich "heidnische Abgottheiden und Bilder" darstellten.

In Kriegszeiten diente dieser Turm auch als Wachturm.

Der Heidenturm nimmt auch als Chorturm die Altarhäuser der Doppelkapelle auf.
Die dekorativen Plastiken am Turm sollten ihn auch als liturgisches Zentrum nach außen hin auszeichnen.


Heiden- oder Margaretenturm


Heiden- oder Margaretenturm

Verzierungen am Heidenturm.


Heiden- oder Margaretenturm      Heiden- oder Margaretenturm

Die obere Reihe der dekorativen Bauplastik zeigt zwei Löwen, die gegeneinander gerichtet das Chorfenster flankieren.


Heiden- oder Margaretenturm

In der unteren Reihe der Bauplastik ist eine erhaltene von vermutlich drei Figuren. Zwischen diesen Figuren ist ein kauernder Löwe und ein Kopf zu sehen.


Heiden- oder Margaretenturm  
Die erhaltene Figur (rechtes Bild).

Die Figur des kauernden Löwen (Bild unten links).

Die Kopfplastik (Bild unten rechts).

Heiden- oder Margaretenturm      Heiden- oder Margaretenturm



Die Doppelkapelle, mit der oberen Kaiserkapelle und der unteren Margaretenkapelle



Die Kaiserkapelle ist das bedeutendste Bauwerk der Burganlage.

Beide Kapellen, die obere Kaiserkapelle und die untere Margaretenkapelle liegen übereinander und haben keinen gemeinsamen Zugang.
Die Margaretenkapelle kann nur vom Vorhof aus betreten werden, während die obere Kaiserkapelle ihren Zugang vom Rittersaal hat.

Die Oberkapelle war für den Hofstaat bestimmt, die Empore in der Oberkapelle für die kaiserliche Familie. Für die niedrige Gefolgschaft war die Unterkapelle bestimmt.

Durch eine Öffnung in der Zwischendecke konnten beide Ebenen liturgisch miteinander kommunizieren.

Die Unterkapelle ist nur in Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.


Doppelkapelle

Die Doppelkapelle mit dem Heidenturm.


hl. Paulus

Doppelkapelle

Der Zugang zur Unterkapelle vom Vorhof (Bild oben).
Der Zugang zur Oberkapelle vom Rittersaal (Bild unten).

Doppelkapelle

 
Die spätgotische Statue des hl. Paulus an der Wand der Doppelkapelle.


Doppelkapelle

Blick von der Empore in die Kaiserkapelle.


Doppelkapelle

Blick auf die zum Palas zugewandte Wand mit der Empore.


Doppelkapelle

Durch die Öffnung in der Zwischendecke fällt der Blick in die Unterkapelle.


Doppelkapelle

Von der Kaiserkapelle herab kann man nur die Chorstühle der Margaretenkapelle sehen.


Doppelkapelle  
Der Kruzifix im Altarhaus vom Chorturm wird Veit Stoß zugeschrieben, was aber strittig ist.

Bis zum 19. Jahrhundert stand es in der Unterkapelle.


Doppelkapelle  
Die Figur der Muttergottes aus dem südlichen Seitenaltar im Altarhaus.


Doppelkapelle  
Figuren aus dem Seitenaltar Kaiser Friedrichs III.
Von Links nach Rechts:

•   Karl der Große.
•   Heinrich II.
•   Kunigunde.
•   Helena.


Doppelkapelle  
Solnhofner Steinrelief "Abendmahl".
Nürnberg, Ende des 16. Jahrhunderts.


Doppelkapelle

Die Treppe links im Bild führt zur Kaiserempore der Oberkapelle.


Doppelkapelle  
Die Herrschaftsempore in der Kaiserkapelle war der Kaiserlichen Familie vorbehalten.

Das südliche Joch der Kaiserempore wurde 1520 durch eine Quermauer abgetrennt um ein Kaiseroratorium für Kaiser Karl V. einzurichten.


Doppelkapelle

Das Wappen von Kaiser Karl V. über den Zugang zum Kaiseroratorium.


Doppelkapelle      Doppelkapelle

Das Kaiseroratorium ist mit Szenen aus dem Marienleben ausgemalt.
Das Gemälde entstand vermutlich 1520 vom Dürerschüler Hans Springinklee.



Die Margareten- oder Unterkapelle ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich.
Nachfolgend zeige ich hier Bilder von der Unterkapelle.


Margaretenkapelle  
Der Kruzifix in der Unterkapelle.

Er stammt aus Nürnberg, um 1465/70.


Die Kapitelle in der Unterkapelle sind zum Teil nicht vollständig ausgearbeitet, was auf Zeitnot beim Bau der Kapelle hinweist.


Margaretenkapelle        Margaretenkapelle


Margaretenkapelle        Margaretenkapelle


Die spätgotischen Chorstühle könnten im 19. Jahrhundert in die Kapelle gebracht worden sein.


Margaretenkapelle


Margaretenkapelle        Margaretenkapelle

Zwei Gemälde an der Ostseite der Margaretenkapelle.


Margaretenkapelle

Blick von der unteren Margaretenkapelle in die obere Kaiserkapelle.



Inneres Burgtor  
Durch das Innere Burgtor gelangen wir schließlich in die Hauptburg der Kaiserburg mit dem Palas und dem Kemenatenbau.


©  , Gerd Kohler, Burggrafenhof.